Imker App: worauf du bei der Wahl achten solltest
Acht Fragen, die du einer Imker App stellen solltest, bevor du deine Bienenvölker einträgst. Mit Checkliste zum Ausprobieren.
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Eine Imker App begleitet dich über viele Jahre. Ob sie zu dir passt, merkst du oft erst, wenn drei Saisons Durchsichten darin stehen. Prüfe deshalb vor dem Start, ob sie am Bienenstand funktioniert, ob sie deine Nachweise abdeckt und ob deine Daten jederzeit mitkommen. Diese acht Kriterien helfen dir dabei. Wo es passt, zeigen wir am Beispiel von iBeekeeper, wie eine Antwort aussehen kann.
1. Funktioniert die App am Bienenstand ohne Netz?
Viele Bienenstände stehen am Waldrand, auf einer Obstwiese oder in einem Tal, in dem das Handy kaum Empfang hat. Eine Imker App, die dort eine Verbindung braucht, lässt dich genau im falschen Moment im Stich: Du hast die Beute offen, Handschuhe an und willst nur schnell festhalten, was du gesehen hast.
Prüfe deshalb, was ohne Verbindung wirklich geht. Kannst du ein Bienenvolk öffnen, eine Durchsicht anlegen, einen Eintrag ändern oder löschen? Und was passiert danach: Gleicht die App die Einträge von selbst ab, sobald wieder Empfang da ist, oder musst du daran denken?
Beispiel iBeekeeper: In der App Bienenvölker für iPhone, iPad und Android legst du Bienenvölker an, trägst Durchsichten ein und bearbeitest oder löschst Einträge auch ohne Verbindung. Sobald das Gerät wieder online ist, gleicht sich alles im Hintergrund ab, auch mit der Webanwendung im Browser. Funktionen, die einen Server brauchen, etwa die Durchsicht mit dem Assistenten iBee, setzen eine Verbindung voraus.
2. Passt die Stockkarte zu deiner Betriebsweise?
Die Stockkarte ist das Herz jeder Imker App. Darauf steht, was du bei jeder Durchsicht siehst: Königin oder Stifte, Brut, Futter, Volksstärke, Sanftmut, Schwarmstimmung, Varroa. Welche Angaben du brauchst, hängt von deiner Betriebsweise ab. Wer züchtet, bewertet anders als jemand mit drei Bienenvölkern im Garten, und ein Ableger braucht andere Felder als ein Wirtschaftsvolk.
Achte darauf, ob du Felder selbst anlegen, ausblenden und umbenennen kannst, ob es Vorlagen für den Start gibt und ob die ganze Geschichte eines Bienenvolks über die Jahre an einer Stelle bleibt. Eine starre Stockkarte, die du nicht anpassen kannst, führst du nach wenigen Wochen nicht mehr.
Beispiel iBeekeeper: Die digitale Stockkarte passt du selbst an: eigene Felder, fertige Vorlagen und Bienengruppen wie Ableger oder Wirtschaftsvölker, jede Gruppe mit eigenem Formular. Welche Aktionen am Bienenvolk als Schaltflächen bereitstehen, legst du selbst fest. Die Chronik zeigt je Bienenvolk Durchsichten, Fütterungen, Behandlungen und Ernten auf einer Zeitachse. Wie du eine Stockkarte sinnvoll aufbaust, steht in unserem Ratgeber Stockkarte führen.
3. Deckt die App deine Aufzeichnungspflicht ab?
Die Stockkarte ist freiwillig. Anders ist es bei Tierarzneimitteln: Bienen dienen der Gewinnung von Lebensmitteln, und wer sie zum Beispiel gegen die Varroamilbe behandelt, muss Buch über die angewendeten Arzneimittel führen. Grundlage ist Artikel 108 der Verordnung (EU) 2019/6. Aufzuzeichnen sind das Datum der ersten Verabreichung, die Bezeichnung des Arzneimittels, die verabreichte Menge, Name und Anschrift des Lieferanten, der Beleg für den Erwerb, die behandelten Tiere oder Tiergruppen, bei Bienen also die behandelten Bienenvölker, gegebenenfalls Name und Kontaktangaben des verschreibenden Tierarztes, die Wartezeit, auch wenn sie null Tage beträgt, und die Behandlungsdauer. Die Angaben sind den Behörden mindestens fünf Jahre lang zur Kontrolle bereitzuhalten. In Deutschland verlangt § 2 der Tierhalter-Arzneimittelanwendungs- und Nachweisverordnung für apothekenpflichtige Arzneimittel außerdem unter anderem den Standort der Tiere, die Belegnummer und den Namen der Person, die das Arzneimittel angewendet hat.
Prüfe, ob die App jede dieser Angaben an der Behandlung erfasst und daraus ein Dokument erstellt, das du bei einer Kontrolle vorlegen kannst. Eine Behandlung, die nur als Freitext auf der Stockkarte steht, reicht dafür selten.
Beispiel iBeekeeper: Aus den Behandlungen entsteht das Bestandsbuch (Deutschland) als PDF, je Standort und Jahr, mit Charge, Lieferant, Beleg, Tierarzt, Wartezeit und Anwender. Ist ein Jahr vollständig, schließt du es ab; danach lässt sich eine Behandlung nur noch mit Änderungsvermerk ändern. Für die Schweiz gibt es die Bestandeskontrolle und die Inventarliste Tierarzneimittel. Die Berichte als PDF gibt es im Paket und in der Testphase; Bestandsbuch, Behandlungsjournal und Inventarliste nach Vertragsende noch 90 Tage.
4. Wo liegen deine Daten?
In einer Imker App stehen mehr persönliche Angaben, als man denkt: deine Anschrift für das Bestandsbuch, die Standorte deiner Bienenvölker, Fotos und Sprachnotizen. Lies deshalb vor der Anmeldung die Datenschutzerklärung. Sie muss sagen, wer deine Daten verarbeitet, in welchem Land die Server stehen und welche Dienstleister beteiligt sind. Nutzt die App künstliche Intelligenz, sollte dort auch stehen, wo diese Auswertung läuft und ob du sie abschalten oder begrenzen kannst.
Beispiel iBeekeeper: Deine Imkereidaten liegen auf Servern in Deutschland, die wir bei der OVH GmbH in Köln gemietet haben, Fotos, Sprachnotizen und Dokumente im Objektspeicher von OVHcloud in Deutschland. Die KI-Funktionen von iBee laufen in einem Rechenzentrum von OVHcloud in Frankreich, also ebenfalls in der Europäischen Union. Auf welche deiner Daten iBee zugreifen darf, legst du Bereich für Bereich selbst fest. Alle Einzelheiten stehen auf der Seite Infrastruktur.
5. Kommst du jederzeit an deine Daten?
Deine Aufzeichnungen sind über Jahre gewachsen. Sie dürfen nicht in einer App gefangen sein, die du irgendwann nicht mehr nutzen willst. Die Datenschutz-Grundverordnung gibt dir in Artikel 20 das Recht, die personenbezogenen Daten, die du einem Anbieter bereitgestellt hast, in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format zu erhalten. Prüfe trotzdem vorher, wie das in der App aussieht: Gibt es einen Export, den du selbst auslöst? In welchen Formaten? Ist er an ein bezahltes Paket gebunden? Und kannst du umgekehrt vorhandene Stockkarten aus einer Tabelle übernehmen?
Beispiel iBeekeeper: Deine Daten exportierst du als CSV, JSON oder ZIP, auch ohne Paket. Dazu kannst du eine Sicherung deiner Daten erstellen, auf Wunsch mit Bildern und Dokumenten, und die Stockkarten eines Bienenvolks als PDF ausgeben. Stockkarten aus CSV-, XLS- oder XLSX-Dateien importierst du in der Webanwendung. Mehr dazu unter Import, Export und Sicherung.
6. Was kostet die App, und was passiert danach?
Viele Imker-Apps haben ein kostenloses Einstiegspaket. Entscheidend ist das Kleingedruckte: Läuft das kostenlose Paket nach ein paar Wochen ab? Wird aus einem Test automatisch ein Abo? Wonach richtet sich der Preis, nach der Zahl der Bienenvölker, der Nutzer oder der Funktionen? Und was passiert mit deinen Einträgen, wenn du nicht mehr zahlst?
Beispiel iBeekeeper: Bis 5 Bienenvölker ist iBeekeeper dauerhaft kostenlos, ohne Kreditkarte; darüber richtet sich der Preis nach der Zahl deiner Bienenvölker. Nach der Registrierung kannst du einen Monat lang die Funktionen der bezahlten Pakete testen, die Testphase endet von selbst. Ein im Web gebuchtes Paket verlängert sich nicht automatisch. Endet es, fällst du auf das kostenlose Paket zurück, und deine Daten bleiben erhalten. Was genau kostenlos ist, steht auf der Seite Imker App kostenlos, die Pakete auf der Preisseite.
7. Könnt ihr zu mehreren damit arbeiten?
Imkerei ist selten ganz allein: Ein Partner hilft bei der Durchsicht, der Verein betreut einen gemeinsamen Bienenstand, Paten wollen sehen, was ihr Bienenvolk macht. Prüfe, ob du Bienenvölker mit anderen teilen kannst, ob du dabei festlegst, wer nur sehen und wer auch bearbeiten darf, und ob sich eine Freigabe später zurückziehen lässt.
Beispiel iBeekeeper: Bienenvölker, Gruppen und Standorte gibst du an Freunde oder an eine Organisation frei, zum Ansehen, zum Ansehen und Bearbeiten oder zur vollen Verwaltung. Zum Ansehen freigeben geht auch im kostenlosen Paket, Bearbeitungsrechte vergibst du mit einem gebuchten Paket. Paten bekommen einen Link zu ihrem Bienenvolk, auf Wunsch mit Passwort und Ablaufdatum. Für Vereine gibt es Community-Gruppen und Vortragsmaterial; mehr dazu auf der Seite Für Vereine und im Ratgeber Imkersoftware für Vereine und Erwerbsimker.
8. Läuft die App auf deinen Geräten?
Am Bienenstand nutzt du meist das Handy, für Auswertungen, Bestandsbuch und Lager ist ein großer Bildschirm angenehmer. Achte darauf, dass es die App für dein Handy gibt, ob sie auch im Browser läuft und ob überall dieselben Daten stehen. Wer in mehreren Sprachen zu Hause ist oder mit Imkern aus anderen Ländern zusammenarbeitet, sollte auch auf die Sprachen der Oberfläche schauen.
Beispiel iBeekeeper: Die App Bienenvölker gibt es für iPhone und iPad im App Store und für Android bei Google Play, auf dem iPhone mit einer App für die Apple Watch. Dazu kommt die Webanwendung im Browser. Alle nutzen dasselbe Konto, und die Webanwendung gibt es in 23 Sprachen.
Checkliste: so testest du eine Imker App in einer Woche
- Schalte das Handy in den Flugmodus, lege eine Durchsicht an und ändere sie. Schalte den Flugmodus aus und prüfe im Browser, ob alles angekommen ist.
- Baue eine Stockkarte mit den Feldern, die du heute auf Papier führst. Fehlt etwas, das du nicht ergänzen kannst?
- Trage eine Behandlung mit Charge, Lieferant und Beleg ein und sieh dir das Dokument an, das daraus entsteht.
- Exportiere deine Daten und öffne die Datei. Erkennst du deine Einträge wieder?
- Lies in der Datenschutzerklärung nach, wo die Server stehen.
- Rechne den Preis für deine heutige Zahl an Bienenvölkern und für die doppelte.
- Teile ein Bienenvolk mit einer zweiten Person und ziehe die Freigabe wieder zurück.
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Kostenlos startenHäufige Fragen
Welche Imker App ist die beste?
Die beste Imker App ist die, die zu deiner Arbeitsweise passt. Prüfe vor allem, ob sie am Bienenstand ohne Netz funktioniert, ob du die Stockkarte anpassen kannst, ob sie die Aufzeichnungen für Tierarzneimittel abdeckt, wo deine Daten liegen und ob du sie jederzeit exportieren kannst. Teste die App eine Woche mit echten Durchsichten, bevor du dich festlegst.
Brauche ich als Hobbyimker überhaupt eine App?
Eine Stockkarte ist nicht vorgeschrieben, sie hilft dir aber, deine Bienenvölker über die Jahre zu verstehen. Vorgeschrieben ist die Aufzeichnung jeder Behandlung mit Tierarzneimitteln. Das geht auch auf Papier. Eine App nimmt dir vor allem das Übertragen ab: Du trägst am Bienenvolk ein, und das Bestandsbuch entsteht aus denselben Einträgen.
Muss das Bestandsbuch digital geführt werden?
Nein. Artikel 108 der Verordnung (EU) 2019/6 legt fest, welche Angaben aufzuzeichnen sind und wie lange sie bereitzuhalten sind, nicht, ob auf Papier oder digital. In Deutschland verlangt § 2 der Tierhalter-Arzneimittelanwendungs- und Nachweisverordnung eine übersichtliche und allgemein verständliche Form. Wichtig ist, dass alle Angaben vollständig sind und du sie bei einer Kontrolle vorlegen kannst.
Kann ich meine bisherigen Stockkarten übernehmen?
Liegen deine Stockkarten als Tabelle vor, importierst du sie in iBeekeeper aus CSV-, XLS- oder XLSX-Dateien und ordnest die Spalten den Feldern zu. Papier-Stockkarten trägst du von Hand nach, am besten zuerst für die Bienenvölker, die du gerade führst.