Bestandsbuch für Imker: Behandlungen sauber dokumentieren
Datum, Präparat, Menge und die behandelten Völker erfasst du direkt am Stand. Daraus entsteht die Grundlage für dein Bestandsbuch – statt Zettel im Auto.
Wer Bienen hält und Honig in Verkehr bringt, muss jede Anwendung eines Tierarzneimittels nachweisen können. In Deutschland heißt die Aufzeichnung Bestandsbuch, in Österreich Bestandsverzeichnis, in der Schweiz Bestandeskontrolle. Gemeint ist überall dasselbe: eine lückenlose, nachvollziehbare Aufzeichnung deiner Behandlungen.
Wer ein Bestandsbuch führen muss
Bienen sind lebensmittelliefernde Tiere – sobald du Honig in Verkehr bringst, gilt für dich dieselbe Nachweispflicht wie für jeden anderen Tierhalter. Die Zahl deiner Völker spielt dabei keine Rolle: Auch mit zwei Völkern führst du ein Bestandsbuch, sobald du ein Tierarzneimittel anwendest.
Und das tust du früher, als viele denken. Varroazide sind Tierarzneimittel – auch die frei verkäuflichen. Ameisensäure, Oxalsäure, Milchsäure und Thymolpräparate fallen darunter, sobald sie als zugelassenes Präparat am Volk eingesetzt werden. Wer im Sommer behandelt, ist aufzeichnungspflichtig.
Nicht aufzeichnungspflichtig sind rein biotechnische Verfahren: Drohnenbrutschneiden, Bannwabe, Brutentnahme. Da wird kein Arzneimittel angewendet.
Was hineingehört
Die Angaben, die du je Anwendung festhalten musst, ergeben sich aus dem EU-Tierarzneimittelrecht. Im Kern sind es:
- Datum der Anwendung
- Bezeichnung des Arzneimittels
- Angewendete Menge
- Die behandelten Tiere – bei Bienen also, welche Völker
- Behandlungsdauer
- Wartezeit
- Herkunft des Mittels – Name und Anschrift des Lieferanten
Dazu kommen die Belege: Abgabe- und Kaufbelege gehören aufbewahrt, nicht nur die eigene Aufzeichnung. Bei einer Kontrolle wird beides gegeneinandergehalten – wer Ameisensäure für zwanzig Völker im Buch stehen hat, aber nur eine Flasche gekauft hat, muss das erklären können.
Was iBeekeeper beim Behandeln festhält
Datum und Präparat
Beides trägst du direkt am Volk ein, während du behandelst.
Menge und Konzentration
Wie viel wovon, in welcher Konzentration.
Die behandelten Völker
Einzeln oder für den ganzen Stand auf einmal.
Wer behandelt hat
In größeren Imkereien arbeitet selten nur einer.
Notizen zur Behandlung
Witterung, Auffälligkeiten, was dir sonst wichtig ist.
Auch ohne Netz
Am Stand eintragen, später überträgt sich alles von selbst.
Was iBeekeeper nicht für dich erledigt
Damit hier keine Erwartung entsteht, die wir nicht halten: iBeekeeper erfasst die Behandlung, nicht die vollständige Rechtslage. Wartezeit und Chargennummer führt die App nicht – diese Angaben ergänzt du selbst, wenn dein Bestandsbuch sie verlangt.
Einen fertigen Ausdruck im amtlichen Formular gibt es bislang nur für die Schweiz und Liechtenstein. Für Deutschland liefert die App die erfassten Behandlungen je Volk und Zeitraum – die Grundlage deines Bestandsbuchs, nicht das unterschriftsreife Formular.
Was sie dir abnimmt, ist der Teil, an dem es in der Praxis scheitert: dass die Behandlung überhaupt festgehalten wird, und zwar am Stand statt abends aus dem Gedächtnis.
Wie lange du aufbewahren musst
Die Aufzeichnungen sind mindestens fünf Jahre aufzubewahren, gerechnet ab der Anwendung. Das gilt auch dann, wenn du die Völker längst abgegeben hast oder mit dem Imkern aufhörst.
Fünf Jahre sind für ein Papierheft eine lange Zeit. Es liegt im Schuppen, wird nass, verschwindet beim Umzug – und rekonstruieren lässt sich eine Behandlung von 2023 nicht mehr. Digital geführte Aufzeichnungen sind dafür zulässig, solange sie lesbar, unverändert nachvollziehbar und auf Verlangen vorlegbar sind.
Was bei einer Kontrolle passiert
Kontrolliert wird durch das Veterinäramt. Bei Imkereien geschieht das nicht routinemäßig, aber es kommt vor – etwa im Rahmen eines Rückstandsmonitorings, bei einem Faulbrutgeschehen im Sperrbezirk oder auf Anlass.
Verlangt wird dann die Vorlage der Aufzeichnungen für den geprüften Zeitraum, zusammen mit den Belegen über den Bezug der Mittel. Geprüft wird, ob die Anwendungen vollständig dokumentiert sind und ob Bezug und Verbrauch zusammenpassen.
Der häufigste Mangel ist banal: Es fehlen einzelne Behandlungen, weil sie nie aufgeschrieben wurden. Nicht Böswilligkeit, sondern der Zettel, der am Stand nicht dabei war.
Heft oder App?
| Merkmal | Papierheft | iBeekeeper |
|---|---|---|
| Eintrag am Bienenstand | nur wenn das Heft dabei ist | am Handy, auch ohne Netz |
| Behandlung je Volk zuordnen | von Hand für jedes Volk | mehrere Völker auf einmal |
| Fünf Jahre wiederfinden | abhängig vom Aufbewahrungsort | durchsuchbar, nach Volk und Zeitraum |
| Verlust durch Nässe oder Umzug | kommt vor | auf Servern in Deutschland |
| Wartezeit und Chargennummer | trägst du selbst ein | trägst du selbst ein |
Die nächste Behandlung dort festhalten, wo sie stattfindet
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Du imkerst in der Schweiz oder in Liechtenstein? Dort heißt die Aufzeichnung Bestandeskontrolle, und dafür gibt es den fertigen Ausdruck im amtlichen Formular: Bestandeskontrolle für Schweizer Imkereien.
Wie das Behandlungsjournal in der App aufgebaut ist, steht auf der Seite zum Modul Behandlungsjournal. Und wann eine Behandlung überhaupt nötig ist, rechnet dir der Varroaindikator aus dem Milbenfall aus.
Dieser Text gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die geltenden Vorschriften; im Zweifel fragst du bei deinem Veterinäramt oder deinem Imkerverband nach.
Häufige Fragen
Was erfasst iBeekeeper bei einer Varroabehandlung?
Datum, Präparat, Menge, Konzentration, die behandelten Völker, den Anwender und bei Bedarf eine Notiz. Du trägst das direkt am Stand ein, auch ohne Netz, und kannst eine Behandlung für mehrere Völker gemeinsam erfassen.
Ersetzt die App mein Bestandsbuch?
Nein. Die App liefert dir die vollständige Aufzeichnung deiner Behandlungen als Grundlage – die Wartezeit je Präparat erfasst sie derzeit nicht. Für Deutschland gibt es deshalb kein fertiges Formular zum Ausdrucken; das Bestandsbuch führst du weiterhin selbst und stützt dich dabei auf deine erfassten Daten.
Für welche Länder gibt es einen fertigen Ausdruck?
Für die Schweiz und Liechtenstein erzeugt iBeekeeper die Bestandeskontrolle als fertiges PDF im gewohnten Formular. Für Deutschland und Österreich ist ein entsprechender Export bisher nicht enthalten.
Wie lange muss ich die Aufzeichnungen aufbewahren?
In Deutschland sind fünf Jahre vorgeschrieben. Digital erledigt sich das von selbst: Deine Einträge bleiben erhalten und lassen sich jederzeit exportieren, auch wenn du auf den kostenlosen Tarif zurückfällst.