Stockkarte richtig führen: was je Durchsicht hineingehört
Was je Durchsicht auf die Stockkarte gehört, wie oft du einträgst und wie aus Einträgen Entscheidungen werden.
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Eine Stockkarte ist das Gedächtnis deiner Imkerei. Sie zeigt dir, wie sich ein Bienenvolk entwickelt hat, was du zuletzt getan hast und welches Bienenvolk du im nächsten Jahr vermehren willst. Damit das klappt, kommt es weniger auf das Werkzeug an als darauf, was du einträgst und wie regelmäßig. Hier steht, worauf es ankommt, ob auf Papier oder digital, und wie du die digitale Stockkarte in iBeekeeper dafür einrichtest.
Wozu eine Stockkarte?
Nach der dritten Durchsicht an einem Samstag weißt du nicht mehr sicher, in welchem Bienenvolk du Weiselzellen gesehen hast. Nach einem Winter erinnerst du dich nicht mehr, welches Bienenvolk im Mai so stechfreudig war. Genau dafür ist die Stockkarte da: Sie hält je Bienenvolk fest, was du bei jeder Durchsicht gesehen und getan hast.
Daraus entstehen Entscheidungen. Du erkennst, welches Bienenvolk Schwarmstimmung zeigt und Platz braucht, welches zu wenig Futter hat und welches über die Jahre sanft, ruhig auf der Wabe und ertragreich ist. Wer Königinnen nachzieht oder Ableger bildet, nimmt dafür die Bienenvölker mit den besten Eintragungen.
Das Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau hält fest, dass Aufschreibungen schon bei wenigen Bienenvölkern eine gezieltere Kontrolle der Bienen und eine bessere Vorbereitung von imkerlichen Eingriffen erleichtern, und dass zur Dokumentation üblicherweise Stockkarten genutzt werden. Die Stockkarte der Landesanstalt zum Ausdrucken hat Spalten für Datum, belagerte Waben, Brut, Sanftmut, Wabensitz, Verhalten, Schwarm und entfernte Weiselzellen, Honig, Futter, Varroa, Krankheiten und Bemerkungen.
Stockkarte und Bestandsbuch sind nicht dasselbe
Eine Stockkarte ist freiwillig. Kein Gesetz schreibt vor, dass du Sanftmut oder Brutbild aufschreibst. Anders ist es bei Tierarzneimitteln: Wer seine Bienenvölker zum Beispiel gegen die Varroamilbe behandelt, muss nach Artikel 108 der Verordnung (EU) 2019/6 Buch über die angewendeten Arzneimittel führen und die Angaben mindestens fünf Jahre lang für Kontrollen bereithalten. In Deutschland heißt diese Aufzeichnung Bestandsbuch.
Trag Behandlungen deshalb nicht nur als Notiz auf der Stockkarte ein, sondern mit allen Pflichtangaben: Datum, Arzneimittel, Menge, behandelte Bienenvölker, Lieferant, Beleg für den Erwerb, Wartezeit und Behandlungsdauer, dazu die Charge. In iBeekeeper ist die Behandlung ein eigener Eintrag am Bienenvolk, getrennt von der Durchsicht. Aus den Behandlungen entsteht das Bestandsbuch (Deutschland) als PDF, die Durchsichten bleiben auf der Stockkarte. In der Chronik des Bienenvolks siehst du beides auf einer Zeitachse.
Was auf die Stockkarte gehört
Für jede Durchsicht reichen wenige Angaben, wenn du sie jedes Mal gleich erfasst:
- Datum und Wetter: Bei kühlem, windigem Wetter verhalten sich Bienen anders als an einem warmen Nachmittag.
- Königin: gesehen, Stifte gesehen oder nicht, Zeichenfarbe und Jahrgang.
- Brut: Zahl der Brutwaben und das Brutbild, geschlossen oder lückig.
- Volksstärke: zum Beispiel die Zahl der besetzten Wabengassen.
- Futter: wie viel verdeckeltes Futter vorhanden ist.
- Sanftmut, Wabensitz und Schwarmtrieb: die klassischen Merkmale für die Auslese, am besten mit Noten auf einer festen Skala.
- Weiselzellen: ob es Spielnäpfchen, bestiftete oder verdeckelte Zellen gibt.
- Varroa: der natürliche Milbenfall oder das Ergebnis einer Puderzucker- oder Auswaschprobe, mit Datum.
- Maßnahmen: Honigraum aufgesetzt, Drohnenrahmen geschnitten, Ableger gebildet, gefüttert.
- Nächster Schritt: was beim nächsten Besuch zu tun ist.
Lege für Bewertungen eine feste Skala fest und bleib dabei. Eine Note für Sanftmut sagt nur dann etwas, wenn du sie in jedem Jahr und bei jedem Bienenvolk gleich vergibst. Freitext ist für Besonderheiten gut, aber auswerten lassen sich nur Felder mit festen Werten.
Wie oft du einträgst
Trag bei jeder Durchsicht ein, am besten direkt am Bienenvolk. Was du abends aus dem Gedächtnis nachträgst, ist ungenauer und wird mit der Zeit seltener. Gerade in der Schwarmzeit, wenn du in kurzen Abständen nach Weiselzellen schaust, zahlt sich das aus: Du siehst auf einen Blick, wann du zuletzt in einem Bienenvolk warst und was du dort gefunden hast.
Auch Arbeiten ohne Durchsicht gehören ins Bild: Fütterungen, Behandlungen, Ernten und Standortwechsel. In iBeekeeper sind das eigene Einträge am selben Bienenvolk, die du für mehrere Bienenvölker in einem Schritt anlegen kannst, auf Wunsch für alle an einem Standort.
Varroa auf der Stockkarte
Die Varroamilbe ist einer der wichtigsten Gründe für Völkerverluste im Winter. Wie stark ein Bienenvolk befallen ist, siehst du nicht beim Blick auf die Waben, sondern nur durch Messen.
Das Fachzentrum Bienen der Landesanstalt empfiehlt, den Befall über die Gemülldiagnose zu ermitteln, also über den natürlichen Milbenfall auf einer Unterlage unter dem Bienenvolk, und hält fest: „Nach erfolgter Sommerbehandlung sollte mit der gleichen Methode der Behandlungserfolg geprüft werden.“ Auch nach der Auswinterung sei eine Milbenkontrolle wichtig, um Problemvölker frühzeitig zu erkennen. Alle Anwendungen zusätzlich in der Stockkarte zu dokumentieren, entspricht dort der guten fachlichen Praxis (LWG, Varroa).
Trag jeden Messwert mit Datum am Bienenvolk ein. So hast du vor der Behandlung einen Ausgangswert und kannst nach der Behandlung prüfen, ob sie gewirkt hat. In iBeekeeper legst du dafür eine Varroazählung an: Aus der Zahl der Milben und dem Zählzeitraum rechnet die App den Milbenfall je Tag aus und zeigt ihn im Varroa-Verlauf zusammen mit den Behandlungen. Zum Einschätzen des Befalls hilft dir außerdem unser Varroaindikator.
Typische Fehler
- Zu viele Felder: Eine Karte mit dreißig Feldern füllst du im Sommer nicht mehr aus. Fang mit wenigen an und ergänze, was dir fehlt.
- Wechselnde Skalen: Wer Sanftmut einmal mit Noten und einmal mit Worten bewertet, kann später nicht vergleichen.
- Nur Auffälligkeiten notieren: Auch „alles in Ordnung“ ist eine Information. Ohne sie weißt du später nicht, ob du überhaupt nachgesehen hast.
- Behandlungen nur als Notiz: Für das Bestandsbuch brauchst du alle Pflichtangaben. Trag Behandlungen dort ein, wo sie vollständig erfasst werden.
- Bienenvolk und Beute verwechseln: Die Stockkarte gehört zum Bienenvolk, nicht zum Kasten. Ziehst du ein Bienenvolk um, wandert seine Geschichte mit.
Papier oder digital?
| Merkmal | Papier-Stockkarte | Digitale Stockkarte |
|---|---|---|
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| None | None | None |
| None | None | None |
| None | None | None |
| None | None | None |
So richtest du die digitale Stockkarte in iBeekeeper ein
- Vorlage wählen: Starte mit einer fertigen Vorlage oder der Vorlage eines anderen Imkers, statt jedes Feld selbst anzulegen.
- Felder anpassen: Ergänze eigene Felder für das, was dir fehlt, als Zahl, Auswahl, Ja/Nein, Datum oder Text, und lass weg, was du nie einträgst. Programmierkenntnisse brauchst du dafür nicht.
- Bienengruppen anlegen: Ableger, Wirtschaftsvölker oder Zuchtvölker fasst du in Bienengruppen zusammen, jede Gruppe mit eigenem Formular.
- Schaltflächen festlegen: Welche Aktionen am Bienenvolk als Schaltflächen bereitstehen, bestimmst du in den Einstellungen. Denselben Stockkarteneintrag legst du auf Wunsch für mehrere Bienenvölker gleichzeitig an.
- Am Bienenvolk eintragen: In der App Bienenvölker füllst du die Stockkarte direkt am Bienenstand aus, auch ohne Netz. Im Wabenraster markierst du Wabe für Wabe Brut, Honig, Pollen und Weiselzellen, und die App rechnet die Brutfläche aus.
- Auswerten: Zu Hause siehst du in der Webanwendung dieselben Einträge, in der Chronik jedes Bienenvolks auf einer Zeitachse.
Hast du deine Stockkarten bisher in einer Tabelle geführt, importierst du sie aus CSV-, XLS- oder XLSX-Dateien. Mit Paket und im Testzeitraum sprichst du deine Durchsicht ein, und iBee füllt die Felder; du prüfst jeden Wert vor dem Speichern. Was die Stockkarte sonst noch kann, steht auf der Seite Digitale Stockkarte.
Lege deine erste digitale Stockkarte an, bis 5 Bienenvölker dauerhaft kostenlos.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Ist eine Stockkarte Pflicht?
Nein. Die Stockkarte ist freiwillig, aber das wichtigste Werkzeug, um deine Bienenvölker über die Jahre zu verstehen. Pflicht ist die Aufzeichnung jeder Behandlung mit Tierarzneimitteln nach Artikel 108 der Verordnung (EU) 2019/6, in Deutschland im Bestandsbuch.
Was ist der Unterschied zwischen Stockkarte und Bestandsbuch?
Auf der Stockkarte steht, was du bei jeder Durchsicht siehst und tust. Das Bestandsbuch enthält nur die Behandlungen mit Tierarzneimitteln, mit den vorgeschriebenen Angaben wie Arzneimittel, Menge, Lieferant, Beleg und Wartezeit. In iBeekeeper trägst du beides am selben Bienenvolk ein, das Bestandsbuch entsteht als PDF aus den Behandlungen.
Kann ich meine Papier-Stockkarten übernehmen?
Liegen sie als Tabelle vor, importierst du sie aus CSV-, XLS- oder XLSX-Dateien und ordnest die Spalten den Feldern zu. Papierkarten trägst du von Hand nach, am besten zuerst für die Bienenvölker, die du gerade führst.
Funktioniert die digitale Stockkarte ohne Netz?
Ja. In der App Bienenvölker für iPhone, iPad und Android trägst du auch ohne Verbindung ein. Sobald das Gerät wieder online ist, gleicht sich alles von selbst ab, auch mit der Webanwendung.