Imkerwissen
Die Tropilaelaps-Milbe: die nächste Varroa?
Kaum haben wir die Varroamilbe halbwegs im Griff, kündigt sich die nächste Bedrohung an: die Tropilaelaps-Milbe. Sie gilt als potenziell noch gefährlicher. Wir erklären, was sie ausmacht, wie sie sich von der Varroa unterscheidet und was Imker jetzt wissen sollten.
Die Varroamilbe hat die Imkerei seit ihrer Ankunft vor rund 50 Jahren grundlegend verändert. Nun steht möglicherweise die nächste Herausforderung vor der Tür: die Tropilaelaps-Milbe (vor allem Tropilaelaps mercedesae). Fachleute halten sie für eine potenziell noch größere Gefahr als die Varroa. Höchste Zeit, sich mit ihr vertraut zu machen – bevor sie da ist.
Was ist die Tropilaelaps-Milbe?
Ursprünglich stammt die Tropilaelaps-Milbe aus Asien, wo sie an Riesenhonigbienen parasitiert. Wie einst die Varroa ist sie auf unsere Westliche Honigbiene übergesprungen. 2024 wurde sie in der Region Krasnodar im Westen Russlands nachgewiesen – geografisch also bereits nahe an Europa. Durch internationalen Handel und die Wanderung mit Bienenvölkern kann sich ihre Ausbreitung beschleunigen.
Der entscheidende Unterschied zur Varroa
Ein bemerkenswerter Unterschied betrifft die Lebensweise: Anders als die Varroamilbe kann die Tropilaelaps-Milbe nicht dauerhaft auf erwachsenen Bienen überleben. Ihr Mundwerkzeug kann den Chitinpanzer ausgewachsener Bienen nicht durchdringen – sie ist auf die Brut angewiesen. Das klingt zunächst nach einem Vorteil, hat aber eine Kehrseite.
Warum sie so gefährlich ist
Denn die Tropilaelaps-Milbe vermehrt sich deutlich schneller als die Varroa. Sie hat einen sehr kurzen Fortpflanzungszyklus und breitet sich rasch von Volk zu Volk aus. Ein Befall kann daher explosionsartig anwachsen und ein Volk in kurzer Zeit schwer schädigen. Weil sie ausschließlich in der Brut lebt, wirken zudem manche gegen adulte Milben gedachten Verfahren anders – die Bekämpfung stellt Imker vor neue Fragen.
Meldepflicht: Was Imker wissen müssen
Die Tropilaelaps-Milbe ist in der EU als meldepflichtige Bienenseuche eingestuft. Solltest du einen Befall vermuten oder feststellen, besteht die Pflicht, dies sofort dem zuständigen Veterinäramt zu melden. Genau wie bei der Amerikanischen Faulbrut ist die schnelle Meldung der wirksamste Schutz für die gesamte Region.
Was du jetzt tun kannst
Noch ist die Tropilaelaps-Milbe in Mitteleuropa nicht flächig angekommen. Das Wichtigste ist daher: aufmerksam sein. Achte bei der Gemüllkontrolle auf ungewöhnliche, längliche Milben, die sich von der runden Varroa unterscheiden, und informiere dich über die Empfehlungen deines Bieneninstituts. Wer die Bedrohung kennt, erkennt sie im Ernstfall früh – und das kann entscheidend sein.
Quelle
Steckbrief und Einschätzungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sowie Fachbeiträge in bienen&natur zur Tropilaelaps-Milbe.
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Kostenlos startenHäufige Fragen
Was ist die Tropilaelaps-Milbe?
Eine parasitische Milbe aus Asien, die – wie einst die Varroa – auf die Westliche Honigbiene übergesprungen ist. 2024 wurde sie in Westrussland nachgewiesen und gilt als potenziell noch gefährlicher als Varroa.
Wie unterscheidet sich Tropilaelaps von der Varroa?
Tropilaelaps kann nicht dauerhaft auf erwachsenen Bienen leben und ist auf die Brut angewiesen. Dafür vermehrt sie sich deutlich schneller und breitet sich rascher aus.
Ist die Tropilaelaps-Milbe meldepflichtig?
Ja. In der EU ist sie als meldepflichtige Bienenseuche eingestuft. Bei Verdacht oder Befall musst du sofort das Veterinäramt informieren.