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Marcel Gläser | 11. Juni 2026

Neue Honig-Kennzeichnung ab 14. Juni 2026: Die Herkunft muss aufs Etikett

Ab dem 14. Juni 2026 gelten neue EU-Regeln für die Honig-Kennzeichnung. Bei Mischhonig müssen künftig alle Herkunftsländer mit Prozentangabe aufs Etikett. Wir erklären, was sich ändert – und für wen.

Neue Honig-Herkunftskennzeichnung ab Juni 2026 – Infografik

Für mehr Klarheit auf dem Honigglas: Seit dem 14. Juni 2026 gelten in der gesamten EU neue Kennzeichnungsvorgaben für Honig. Grundlage ist die überarbeitete EU-Richtlinie 2024/1438, die sogenannte „Frühstücksrichtlinie", die neben Honig auch Fruchtsäfte, Konfitüren und Milcherzeugnisse betrifft. Deutschland hat sie über eine Änderung der Honigverordnung in nationales Recht umgesetzt.

Was sich bei Mischhonig ändert

Die wichtigste Neuerung betrifft Mischhonige – also Honige, die aus mehreren Ländern zusammengemischt werden. Für sie gilt künftig:

  • Es müssen alle Herkunftsländer auf dem Etikett genannt werden.
  • Die Länder stehen in absteigender Reihenfolge ihres Anteils.
  • Zu jedem Land gehört der prozentuale Anteil.
  • Die Angabe muss gut sichtbar im Hauptsichtfeld stehen.

Die bisher üblichen Sammelbezeichnungen wie „Mischung aus EU-Ländern", „Mischung aus Nicht-EU-Ländern" oder „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern" sind damit Geschichte. Für Verbraucher bedeutet das deutlich mehr Transparenz darüber, woher ein Honig wirklich stammt.

Bemerkenswert: Deutschland hat bewusst auf eine mögliche Ausnahme verzichtet, nach der nur die vier größten Herkunftsländer mit Prozentangabe hätten genannt werden müssen. Hierzulande gilt also die vollständige Angabe aller Länder. Nebenbei entfällt auch der Begriff „gefilterter Honig" – er wird rechtlich künftig dem Backhonig zugeordnet.

Was das für dich als Imker bedeutet

Für die allermeisten Imkereien in Deutschland ist die Aufregung kleiner, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Wer – wie die meisten Hobby- und Erwerbsimker – ausschließlich eigenen Honig aus einem Land abfüllt und verkauft, war schon bisher verpflichtet, das Ursprungsland anzugeben (in der Regel schlicht „Deutschland"). Daran ändert sich nichts.

Relevant wird die neue Regel erst, wenn du Honige unterschiedlicher Herkunftsländer mischst und als Mischhonig verkaufst. Dann musst du künftig jedes Land mit seinem Prozentanteil ausweisen. In der Praxis betrifft das vor allem größere Abfüller und den Handel mit Importhonig – seltener die klassische Direktvermarktung.

Übergangsfrist beachten

Es gibt eine großzügige Übergangsregelung: Honige, die vor dem 14. Juni 2026 abgefüllt und etikettiert wurden, dürfen noch abverkauft werden. Ware mit alter Kennzeichnung muss also nicht aus dem Regal genommen werden. Alles, was danach neu etikettiert wird, muss aber den neuen Vorgaben entsprechen.

Unser Tipp: Prüfe deine Etiketten rechtzeitig. Wenn du nur eigenen Honig anbietest, bist du in aller Regel bereits auf der sicheren Seite. Wer mischt oder zukauft, sollte die Zutaten- und Herkunftsangaben jetzt an die neue Systematik anpassen.

Quelle

Richtlinie (EU) 2024/1438 zur Änderung der Richtlinie 2001/110/EG über Honig („Frühstücksrichtlinie"); Anwendung ab 14. Juni 2026. Nationale Umsetzung über die Änderung der deutschen Honigverordnung. Informationen des Deutschen Imkerbundes e. V. und des Honig-Verbandes.

Häufige Fragen

Was ändert sich ab 14. Juni 2026 bei der Honig-Kennzeichnung?

Bei Mischhonig müssen alle Herkunftsländer in absteigender Reihenfolge und mit ihrem prozentualen Anteil gut sichtbar auf dem Etikett stehen. Sammelangaben wie „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern" sind nicht mehr zulässig.

Muss ich als Imker mit eigenem Honig etwas ändern?

In der Regel nicht. Wer eigenen Honig aus einem Land abfüllt, musste das Ursprungsland (z. B. „Deutschland") schon bisher angeben. Die neue Prozentregel greift erst, wenn du Honige aus mehreren Ländern mischst.

Darf ich alte Etiketten noch verwenden?

Honig, der vor dem 14. Juni 2026 abgefüllt und etikettiert wurde, darf noch abverkauft werden. Neu etikettierte Ware muss aber den neuen Vorgaben entsprechen.

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