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Marcel Gläser | 13. Juli 2026

Sommerhonig schleudern: Reife prüfen, ernten und richtig lagern

Der Sommer bringt die zweite große Ernte. Damit dein Honig lange hält und cremig bleibt, kommt es auf den richtigen Zeitpunkt und die Lagerung an. Wir zeigen dir, wie du die Reife prüfst, sauber schleuderst und den Honig optimal aufbewahrst.

Sommerhonig schleudern und lagern – Infografik
Schleuderreif ist Honig erst, wenn der Wassergehalt unter 18 % liegt. · Mit KI generiert

Nach der Frühtracht folgt im Hochsommer die zweite große Ernte – der Sommerhonig. Er ist oft dunkler und kräftiger als der Frühjahrshonig. Damit aus deiner Ernte ein haltbares, hochwertiges Glas Honig wird, kommt es auf drei Dinge an: den richtigen Erntezeitpunkt, sauberes Arbeiten beim Schleudern und die passende Lagerung. Wir gehen alle drei der Reihe nach durch.

Wann ist der Honig schleuderreif?

Der häufigste Anfängerfehler ist zu frühes Ernten. Honig ist erst reif, wenn die Bienen ihn ausreichend entwässert und die Zellen verdeckelt haben. Als Faustregel gilt: Mindestens zwei Drittel der Wabe sollten verdeckelt sein. Der entscheidende Wert ist aber der Wassergehalt – er sollte unter 18 % liegen. Honig, der unter der Marke des Deutschen Imkerbundes vermarktet wird, darf maximal 18 % aufweisen. Liegt der Wassergehalt darüber, kann der Honig gären und wird ungenießbar.

Zwei einfache Methoden helfen dir bei der Beurteilung: die Spritzprobe und das Refraktometer. Für die Spritzprobe hältst du die Wabe waagerecht und schlägst sie ruckartig nach unten. Spritzt Nektar aus den offenen Zellen, ist der Honig noch nicht reif – dann heißt es warten. Genauer und zuverlässiger ist das Refraktometer, das dir den Wassergehalt direkt anzeigt. Für den Verkauf lohnt sich dieses kleine Gerät auf jeden Fall.

Schleudern Schritt für Schritt

Ist der Honig reif, geht es ans Ernten. Arbeite an einem warmen Tag und in einem bienensicheren, sauberen Raum – Honig zieht Bienen und Wespen magisch an. Entdeckle die Waben mit Entdeckelungsgabel oder -geschirr, setze sie in die Schleuder und drehe zunächst langsam an, damit die Waben nicht brechen. Schleudere beide Wabenseiten, siebe den Honig durch ein Doppelsieb und lass ihn ein bis zwei Tage in einem Eimer ruhen. In dieser Zeit steigen feine Luftblasen und Wachsteilchen als Schaum nach oben, den du vor dem Abfüllen abschöpfst.

Richtig lagern – damit der Honig hält

Honig ist bei richtiger Lagerung praktisch unbegrenzt haltbar. Entscheidend sind drei Feinde, die du fernhalten musst: Feuchtigkeit, Wärme und Licht. Lagere deinen Honig deshalb kühl, dunkel und in dicht schließenden Gefäßen. Unter 20 °C ist ideal; Wärme über längere Zeit lässt Honig altern und den wertvollen Enzymgehalt sinken. Fülle nur in trockene, saubere Gläser ab – schon geringe Restfeuchte kann den Wassergehalt an der Oberfläche erhöhen.

Kristallisation: kein Fehler, sondern Natur

Fast jeder Honig wird mit der Zeit fest – das ist ein natürlicher Prozess und kein Qualitätsmangel. Wie schnell und wie fein er kristallisiert, hängt von der Sorte und der Lagertemperatur ab. Die feinste, streichzarte Kristallisation entsteht bei etwa 14 °C. Wer einen cremigen Honig möchte, rührt ihn während der beginnenden Kristallisation regelmäßig – so entstehen viele kleine statt weniger grober Kristalle. Fest gewordenen Honig kannst du im Wasserbad bei maximal 40 °C schonend wieder verflüssigen; heißer sollte es nie werden, sonst zerstörst du die wertvollen Inhaltsstoffe.

Notiere deine Ernte

Halte fest, welche Menge du wann von welchem Volk geerntet hast und wie hoch der Wassergehalt war. Das hilft dir nicht nur bei der Rückverfolgbarkeit für den Verkauf, sondern zeigt dir über die Jahre auch, welche Völker die besten Sammler sind – am einfachsten direkt in deiner digitalen Stockkarte.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, dass der Honig schleuderreif ist?

Mindestens zwei Drittel der Wabe sollten verdeckelt sein und der Wassergehalt unter 18 % liegen. Prüfe das mit der Spritzprobe (es darf kein Nektar herausspritzen) oder genauer mit einem Refraktometer.

Wie lagere ich Honig richtig?

Kühl (unter 20 °C), dunkel und in dicht schließenden Gläsern. So bleibt der Honig lange haltbar und behält seine wertvollen Inhaltsstoffe.

Ist kristallisierter Honig noch gut?

Ja, das Festwerden ist ein natürlicher Vorgang und kein Qualitätsmangel. Du kannst den Honig im Wasserbad bei höchstens 40 °C schonend wieder verflüssigen.

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