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| 15. Juli 2021

Varroa-Behandlung im Sommer: Aktuelle Empfehlungen

Nach der letzten Honigernte heißt es: Sofort mit der Varroa-Behandlung beginnen! Hier erfährst du, worauf es bei der sommerlichen Varroabekämpfung ankommt.

Der Sommer ist für uns Imker die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Und wenn die letzte Honigschleuderung hinter dir liegt, beginnt eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt: die Varroa-Behandlung. Die Varroamilbe ist und bleibt der gefährlichste Feind unserer Bienenvölker – und wer jetzt nicht handelt, riskiert den Verlust ganzer Völker im Winter.

Warum jetzt? Der richtige Zeitpunkt

Die Varroa-Behandlung im Sommer sollte unmittelbar nach der letzten Honigernte erfolgen – also typischerweise im Juli oder August. Der Grund: Ab jetzt werden die sogenannten Winterbienen aufgezogen. Diese Bienen müssen gesund sein, denn sie sollen das Volk über den Winter bringen. Ist die Varroabelastung zu diesem Zeitpunkt noch hoch, werden die Winterbienen geschädigt – und das Volk geht in den kalten Monaten ein.

Erst messen, dann behandeln

Bevor du zur Behandlung greifst, solltest du den Befallsgrad deiner Völker kennen. Dafür gibt es bewährte Methoden:

  • Gemülldiagnose: Leg eine Windel (Diagnosegitter) für drei Tage unter das Volk und zähle die abgefallenen Milben. Mehr als 5-10 Milben pro Tag im Juli deuten auf einen behandlungsbedürftigen Befall hin.
  • Puderzuckermethode: Entnimm etwa 300 Bienen (ca. eine halbe Tasse), bestäube sie mit Puderzucker und schüttle die abfallenden Milben aus. So erhältst du den prozentualen Befall.

Diese Kontrolle ist wichtig, denn nicht jedes Volk ist gleich stark befallen. Mit den Ergebnissen kannst du gezielt handeln.

Ameisensäure: Die Standardbehandlung im Sommer

Das Mittel der Wahl im Sommer ist die Ameisensäure (60%ig). Sie hat den großen Vorteil, dass sie auch unter verdeckelte Brut wirkt und so die Milben in den Brutzellen erreicht. Die gängigste Methode ist die Langzeitbehandlung mit Verdunstern:

  • Der Verdunster wird mit der entsprechenden Menge Ameisensäure befüllt und auf die Oberträger der Rähmchen gelegt.
  • Über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen verdunstet die Säure langsam und verteilt sich im gesamten Stock.
  • Wichtig: Die Außentemperatur sollte zwischen 15°C und 25°C liegen. Bei zu hohen Temperaturen verdunstet die Säure zu schnell und kann die Bienen schädigen.

Praxistipp: Leg den Verdunster am besten abends ein, wenn alle Bienen im Stock sind und die Temperaturen langsam sinken. So ist die anfängliche Verdunstung nicht zu stark.

Was ist mit Oxalsäure?

Ein wichtiger Hinweis: Die Oxalsäure-Verdampfung ist in Deutschland derzeit nicht zugelassen. Oxalsäure darf nur als Träufellösung angewendet werden – und zwar im brutfreien Zustand, also in der Regel im späten November oder Dezember. Für die Sommerbehandlung kommt Oxalsäure daher nicht in Frage.

Dokumentation nicht vergessen

Noch ein Blick in die Zukunft: Ab 2022 wird die Dokumentation von Tierarzneimittelanwendungen auch für Bienenvölker zur Pflicht. Das betrifft auch die Varroa-Behandlung. Fang am besten jetzt schon an, deine Behandlungen sauber zu dokumentieren – Datum, Mittel, Dosierung, Dauer und Völkernummer. So bist du bestens vorbereitet.

Zusammenfassung: Dein Fahrplan

  1. Letzte Honigernte abschließen
  2. Befallskontrolle durchführen (Gemülldiagnose oder Puderzucker)
  3. Ameisensäure-Langzeitbehandlung einleiten (bei 15-25°C, abends)
  4. Nach zwei Wochen Behandlungserfolg kontrollieren
  5. Alles sauber dokumentieren

Die Varroa-Behandlung im Sommer ist keine Kür – sie ist Pflicht. Deine Bienen danken es dir mit gesunden Winterbienen und einem starken Start ins nächste Frühjahr.

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