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Imkerwissen

Bienenvölker eindeutig markieren: Nummer, QR-Code oder NFC

Marcel Gläser  ·  10. August 2026

Im Frühjahr vor zwei Beuten zu stehen und nicht mehr sicher zu wissen, welche im Herbst die schwache war, kostet mehr als nur Zeit.

Eine Markierung am Volk muss zwei Dinge können: einen Winter im Freien überstehen und eindeutig bleiben, auch wenn die Beute umzieht. Klingt selbstverständlich, scheitert in der Praxis aber erstaunlich oft.

Wer fünf Völker führt, kennt sie an der Ecke, in der sie stehen. Ab zwanzig wird das unzuverlässig, spätestens wenn im Frühjahr umgestellt, geteilt und zusammengelegt wurde. Und sobald Aufzeichnungen ins Spiel kommen, ob auf Papier oder in einer App, braucht jedes Volk eine Kennung, die an der Beute klebt und nicht nur im Kopf existiert.

Filzstift und Kreide

Der schnellste Weg und der kurzlebigste. Ein wasserfester Marker auf dem Blechdeckel hält einen Sommer, verblasst über den Winter und ist nach zwei Jahren geraten. Kreide überlebt den ersten Regen nicht. Beides funktioniert für eine Saison und für Notizen wie „Ableger 12.06.“, nicht für eine dauerhafte Nummer.

Dazu kommt ein Problem, das erst später auffällt: Die Nummer klebt am Deckel, nicht am Volk. Wird der Deckel getauscht, wandert die Kennung mit dem falschen Volk weiter.

Zahlenschilder und geprägte Plaketten

Deutlich haltbarer, und für viele Imkereien völlig ausreichend. Eine Aluplakette mit eingeprägter Nummer übersteht Jahre. Die Grenze liegt woanders: Die Nummer ist alles, was du bekommst. Willst du zum Volk noch wissen, wann zuletzt behandelt wurde, musst du sie abtippen oder im Ordner blättern.

Wer ohnehin auf Papier arbeitet, fährt damit gut. Wer die Daten digital führt, tippt bei jeder Durchsicht eine Zahl ab, die das Handy auch selbst lesen könnte.

QR-Code

Ein QR-Code auf wetterfestem Material kostet fast nichts und funktioniert mit jedem Handy, ohne besondere Ausstattung. Der Code führt direkt zu dem, was du hinterlegt hast.

Zwei Einschränkungen: Er braucht Sichtkontakt und halbwegs saubere Oberfläche. Propolis, Wachsspritzer oder eine Schicht Blütenstaub, und die Kamera findet den Code nicht mehr. Und im Gegenlicht am Nachmittag wird das Scannen zur Geduldsprobe. Für Beuten, die im Schatten stehen und regelmäßig abgewischt werden, ist er trotzdem eine solide Lösung.

NFC

Ein NFC-Chip wird gelesen, indem man das Handy in die Nähe hält. Kein Blickkontakt, keine saubere Fläche nötig, es funktioniert durch Handschuhe und bei jedem Licht. Für die Arbeit am offenen Volk ist das der praktischste Weg: Handy an die Beute, Volk erscheint.

Und hier kommt der Haken, an dem die meisten scheitern.

Warum gewöhnliche NFC-Aufkleber auf der Beute versagen

Wer sich günstige NFC-Aufkleber bestellt und sie auf den Blechdeckel klebt, erlebt fast immer dasselbe: In der Hand liest das Handy den Aufkleber sofort. Auf dem Deckel tut sich nichts mehr.

Der Grund ist das Metall darunter. Es stört das Funkfeld, mit dem NFC arbeitet, und macht gewöhnliche Aufkleber dort schlicht unlesbar. Das ist kein Fehler des einzelnen Tags und lässt sich auch nicht durch mehrmaliges Probieren beheben. Wer Metalldeckel, Blechhauben oder Metallgurte an der Beute hat, braucht Tags, die ausdrücklich für metallische Oberflächen freigegeben sind. Diese tragen eine Zwischenlage, die den Untergrund abschirmt.

Der Preisunterschied ist spürbar, die Alternative aber ist ein Tag, der nicht funktioniert. Bei Holzdeckeln ohne Blech stellt sich die Frage nicht.

Was sich in der Praxis bewährt

Eine Kombination schlägt jede Einzellösung: eine aufgedruckte Nummer, damit man ohne Handy weiß, welches Volk vor einem steht und die Zahl in Papieraufzeichnungen passt. Dazu ein Code zum Scannen für den schnellen Weg in die Aufzeichnungen. Fällt das eine aus, trägt das andere.

Wichtiger als die Technik ist die Zuordnung: Die Kennung muss zum Volk gehören, nicht zum Deckel. Wer Zargen tauscht oder Völker umsetzt, sollte die Markierung mitnehmen und in den Aufzeichnungen nachziehen. Sonst zeigt der Scan im nächsten Jahr zuverlässig auf das falsche Volk – und das ist schlimmer als gar keine Markierung, weil man ihm glaubt.

Und wenn jemand anderes scannt?

Steht der Stand am Feldweg, wird früher oder später ein Spaziergänger sein Handy an die Beute halten. Bei einer reinen Nummer passiert nichts. Bei Code oder Chip lohnt der Gedanke, was diese Person zu sehen bekommen soll: nichts, deine Webseite, oder eine kurze Erklärung, was hier eigentlich steht. Deine Betriebsdaten sollten es jedenfalls nicht sein.

APITags: Nummer, QR-Code und NFC in einem

Der APITag verbindet alle drei Wege in einer Marke von 30 mm und hält auf dem Blechdeckel. In der App scannen öffnet direkt das zugewiesene Volk.

APITags ansehen

Häufige Fragen

Funktioniert NFC auf einem Blechdeckel?

Mit gewöhnlichen Aufklebern nicht: Das Metall stört das Funkfeld, der Tag bleibt auf der Beute stumm, obwohl er in der Hand liest. Es braucht Tags, die ausdrücklich für metallische Oberflächen freigegeben sind.

QR-Code oder NFC – was ist besser am Bienenstand?

NFC braucht keinen Sichtkontakt und funktioniert mit Handschuhen, auch wenn die Beute verschmutzt ist. Der QR-Code läuft dafür mit jedem Handy ohne besondere Ausstattung. Beides zusammen auf einer Marke deckt beide Fälle ab.

Wie verhindere ich, dass die Markierung zum falschen Volk gehört?

Die Kennung muss dem Volk folgen, nicht dem Deckel. Beim Umsetzen, Teilen oder Zusammenlegen die Markierung mitnehmen und in den Aufzeichnungen nachziehen.

Die nächste Durchsicht schon digital dokumentieren

Am Volk eintragen, zu Hause ist alles schon da. Auch wenn am Stand kein Netz ist.

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