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| 8. November 2021

Bienenwachsverfälschung: Wie erkennst du echtes Bienenwachs?

Paraffinbeimischungen in Mittelwänden sind ein ernstes Problem. Wir zeigen dir, wie du verfälschtes Wachs erkennst und was du dagegen tun kannst.

Bienenwachs und Waben Nahaufnahme

Es ist ein Thema, das die Imkerwelt seit Jahren beschäftigt und leider nicht an Aktualität verliert: verfälschtes Bienenwachs. Wenn du Mittelwände kaufst, gehst du davon aus, reines Bienenwachs zu bekommen. Doch die Realität sieht oft anders aus.

Das Problem: Gestrecktes Wachs

Bienenwachs ist ein wertvoller Rohstoff. Und wo Wert ist, gibt es leider auch Betrug. Seit Jahren tauchen immer wieder Mittelwände auf, die mit Paraffin, Stearin oder anderen Fremdstoffen gestreckt wurden. Das Problem liegt vor allem bei importiertem Billig-Wachs, das auf dem Weltmarkt gehandelt und gestreckt wird, bevor es als vermeintlich reines Bienenwachs verkauft wird.

Die Folgen für deine Bienen

Verfälschtes Wachs ist nicht nur ärgerlich – es kann gravierende Folgen für deine Bienenvölker haben:

  • Brutschäden: In Waben aus verunreinigtem Wachs kann die Brut absterben. Die Larven entwickeln sich nicht richtig oder werden von den Bienen ausgeräumt.
  • Instabile Waben: Paraffin hat einen niedrigeren Schmelzpunkt als Bienenwachs. Bei sommerlichen Temperaturen werden die Waben weich, verformen sich oder brechen komplett zusammen – ein Albtraum beim Schleudern.
  • Rückstände: Fremdstoffe im Wachs können sich auch im Honig wiederfinden und die Qualität beeinträchtigen.

Einfache Tests für zu Hause

Du kannst mit einigen einfachen Tests prüfen, ob dein Wachs verdächtig ist. Einen hundertprozentigen Laborersatz bieten sie nicht, aber sie geben gute Hinweise:

  • Knicktest: Nimm ein Stück Mittelwand und knicke es bei Zimmertemperatur. Reines Bienenwachs knickt weich und bildet einen Wulst an der Knickstelle. Paraffinbeimischungen führen dazu, dass das Wachs sauber und glatt bricht – fast wie Schokolade.
  • Kautest: Kau auf einem kleinen Stück Wachs. Echtes Bienenwachs lässt sich gut kauen, wird geschmeidig und klebt leicht an den Zähnen. Paraffin fühlt sich dagegen wachsartig-glatt an und lässt sich kaum zerkauen.
  • Geruchsprobe: Reines Bienenwachs hat einen charakteristischen, angenehm honigartigen Duft. Verfälschtes Wachs riecht oft neutral oder leicht chemisch.
  • Wassertest: Lege ein Stück Wachs in warmes Wasser. Reines Bienenwachs hat eine Dichte von etwa 0,96 g/cm³ und schwimmt. Bei hohem Paraffinanteil kann die Dichte abweichen.

Die beste Lösung: Eigener Wachskreislauf

Der sicherste Weg zu reinem Wachs ist der eigene Wachskreislauf. Das klingt aufwändiger als es ist:

  1. Altwachs sammeln: Hebe alle aussortierten Waben, Entdeckelungswachs und Wachsreste sorgfältig auf.
  2. Einschmelzen: Mit einem Sonnenwachsschmelzer oder Dampfwachsschmelzer gewinnst du sauberes Wachs zurück.
  3. Eigene Mittelwände gießen: Mit einer Mittelwandpresse kannst du aus deinem eigenen Wachs neue Mittelwände herstellen. Viele Imkervereine bieten auch gemeinschaftliche Wachsschmelz- und Presstage an.

So weißt du genau, was in deinen Waben steckt. Und als positiver Nebeneffekt sparst du langfristig auch noch Geld.

Beim Zukauf: Augen auf!

Wenn du Wachs zukaufen musst, achte auf folgende Punkte:

  • Kaufe nur Wachs mit Analysezertifikat (Rückstandsanalyse).
  • Frage bei deinem Imkerverein oder Landesverband nach empfehlenswerten Bezugsquellen.
  • Sei skeptisch bei auffällig günstigen Angeboten – reines Bienenwachs hat seinen Preis.
  • Bevorzuge regionalen Wachs von Imkern, die du kennst.

Das Thema Wachsverfälschung wird uns leider noch eine Weile begleiten. Aber mit einem eigenen Wachskreislauf und einem wachsamen Auge beim Zukauf kannst du deine Völker zuverlässig schützen.

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