Zellen deckeln
Verhalten der Bienen
Ist die Larve ausgewachsen, verschließen die Arbeiterinnen die Zelle mit einem luftdurchlässigen Wachsdeckel.
Ist die Larve ausgewachsen, verschließen die Arbeiterinnen die Zelle mit einem luftdurchlässigen Wachsdeckel. Danach streckt sich die Made, spinnt sich ein und verpuppt sich. Bei der Arbeiterin dauert die Eizeit drei Tage und die Larvenzeit sechs, verdeckelt wird also um den neunten Tag, geschlüpft wird am 21. Die Königin braucht insgesamt 16 Tage und wird um den achten Tag verdeckelt, der Drohn 24 Tage und ist ab dem zehnten Tag verdeckelt.
Diese Zahlen sind der Schlüssel zur Varroamilbe. Das Milbenweibchen dringt kurz vor dem Verdeckeln in die Zelle ein und vermehrt sich ausschließlich dort. Drohnenzellen bleiben 14 Tage verschlossen statt 12, und in diesen zwei zusätzlichen Tagen können ein oder zwei weitere Milben geschlechtsreif werden; deshalb wird Drohnenbrut bevorzugt befallen. Bis zu 80 Prozent der Milben eines Volkes sitzen in der verdeckelten Brut und sind dort für Behandlungsmittel nicht erreichbar. Alle biotechnischen Verfahren, vom Drohnenschnitt über die Fangwabe bis zur totalen Brutentnahme, rechnen mit genau diesen Tagen.
Mit dem Verdeckeln der Honigzellen hat das nichts zu tun. Dort setzen die Bienen den Deckel, wenn sie dem Honig genug Wasser entzogen haben; er ist luftdurchlässig, hält aber Wasserdampf ab, weil reifer Honig Feuchtigkeit anzieht. In der Regel liegt der Wassergehalt verdeckelter Zellen unter 18 Prozent. Als alleiniges Erntekriterium taugt der Deckel trotzdem nicht, denn Bienen verdeckeln mitunter auch feuchteren Honig. Den Ausschlag gibt das Refraktometer.