Wassergehalt im Honig
Lexikon
Der Wassergehalt gehört zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen von Honig, denn er zeigt an, ob die Bienen den Nektar oder Honigtau ausreichend eingedickt und der Imker reif geernteten Honig geschleudert hat.
Der Wassergehalt gehört zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen von Honig, denn er zeigt an, ob die Bienen den Nektar oder Honigtau ausreichend eingedickt und der Imker reif geernteten Honig geschleudert hat. Je niedriger der Wassergehalt, desto sicherer ist der Honig vor Gärung, denn feuchte Honige bieten Hefen einen Nährboden und können anfangen zu gären, was sich zunächst fruchtig, später unangenehm im Geschmack bemerkbar macht.
Gesetzlich schreibt die Honigverordnung einen Wassergehalt von höchstens 20 Prozent vor, bei Heidehonig und Backhonig sind bis zu 23 Prozent erlaubt. Wird dieser Wert überschritten, gilt der Honig nicht mehr als Speisehonig und darf gar nicht mehr verkauft werden. Der Deutsche Imkerbund verlangt für sein Warenzeichen Echter Deutscher Honig deutlich strengere Werte von höchstens 18 Prozent, bei Heidehonig 21,4 Prozent. Wird nur dieser strengere Vereinswert überschritten, darf der Honig zwar noch verkauft werden, aber nicht mehr im Imkerglas mit dem DIB Zeichen, sondern nur noch in einem neutralen Glas.
In der täglichen Praxis bestimmen Imker den Wassergehalt selbst mit einem Handrefraktometer direkt nach dem Schleudern. Ein häufiger Fehler ist, zu früh zu schleudern, bevor die Bienen die Waben vollständig verdeckelt haben, denn dann ist der Honig oft noch zu feucht. Auch eine feuchte Lagerung oder ein feuchter Schleuderraum kann den Wassergehalt nachträglich erhöhen, weil Honig stark hygroskopisch ist und Feuchtigkeit aus der Luft zieht.