Wachsverfälschung
Lexikon
Bienenwachs wird gelegentlich mit billigeren Stoffen gestreckt, in jüngerer Zeit vor allem mit Stearin und Paraffin, früher auch mit Rindertalg.
Bienenwachs wird gelegentlich mit billigeren Stoffen gestreckt, in jüngerer Zeit vor allem mit Stearin und Paraffin, früher auch mit Rindertalg. Für den Imker ist das kein Randthema, weil verfälschtes Wachs meist als fertige Mittelwand in den Betrieb kommt.
Die Wirkungen sind unterschiedlich. Paraffin macht Mittelwände weich und instabil, Waben können absacken. Stearin schädigt die Brut. In einem Versuch der Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim verlangsamte sich die Larvenentwicklung ab einem Stearinanteil von 7,5 Prozent, die Bienen räumten Brut wieder aus oder verdeckelten unregelmäßig. Bei 30 Prozent Stearin entwickelte sich kaum noch Brut.
Nachweisbar sind Beimischungen von Stearin, Paraffin und Rindertalg ab etwa 2,5 Prozent. Das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf setzt dafür die Infrarotspektroskopie als schnelles Voruntersuchungsverfahren ein, benötigt werden rund zwanzig Gramm Probe.
Ausgelöst wurde die Aufmerksamkeit durch einen Fall im Jahr 2016, bei dem größere Mengen gepanschten Wachses nach Europa gelangten. Anschließende Untersuchungen fanden in einem erheblichen Anteil der Proben Beimischungen. Praktische Vorbeugung ist der eigene, geschlossene Wachskreislauf und der Bezug von Mittelwänden aus rückverfolgbarer Herkunft.