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Varroamilbe (Varroa destructor)

Lexikon

Die Varroamilbe ist der bedeutendste Parasit der Honigbiene.

Die Varroamilbe ist der bedeutendste Parasit der Honigbiene. Sie stammt ursprünglich von der Östlichen Honigbiene und wurde in den 1970er Jahren nach Deutschland eingeschleppt. Auf unsere Honigbiene war sie nicht abgestimmt, weshalb unbehandelte Völker in der Regel eingehen. Die erwachsene weibliche Milbe ist braun, oval abgeflacht und mit bloßem Auge gut zu erkennen, etwa wenn sie zwischen den Hinterleibssegmenten einer Biene sitzt oder als brauner Punkt im Gemüll liegt.

Entscheidend für das Verständnis ist der Vermehrungszyklus. Die Muttermilbe schlüpft kurz vor der Verdeckelung in eine Brutzelle und vermehrt sich dort geschützt unter dem Zelldeckel. In der länger verdeckelten Drohnenbrut können mehr Tochtermilben heranwachsen als in Arbeiterinnenbrut, deshalb wird Drohnenbrut deutlich stärker befallen. Die Milben ernähren sich von Körpersubstanz der Larven, Puppen und erwachsenen Bienen. Die Varroose ist damit weder eine reine Brutkrankheit noch eine Krankheit der erwachsenen Biene, sondern ein Parasitenbefall, der beide Seiten trifft.

Der Schaden entsteht doppelt. Schon eine einzige Milbe in der Zelle schwächt die schlüpfende Biene, mehrere Milben führen zu Missbildungen oder zum Absterben. Dazu überträgt die Milbe Viren, allen voran das Flügeldeformationsvirus. Kritisch wird es im Spätsommer: Wenn Brutumfang und Bienenzahl zurückgehen, steigt der Befallsgrad schlagartig an, und genau dann werden die Winterbienen aufgezogen. Hinzu kommt die Reinvasion, also das Einschleppen von Milben aus zusammenbrechenden Völkern der Umgebung durch Verflug und Räuberei.

In der Praxis führen mehrere Bausteine zum Ziel: regelmäßige Befallskontrolle über Gemülldiagnose oder Bienenproben, biotechnische Maßnahmen wie das Ausschneiden von Drohnenbrut, Ablegerbildung oder Brutentnahme, und darauf abgestimmt eine Behandlung mit zugelassenen Tierarzneimitteln. Jede Behandlung braucht anschließend eine Erfolgskontrolle. Rechtlich gilt in Deutschland: Die Varroose gehört nicht zu den anzeigepflichtigen Bienenseuchen wie der Amerikanischen Faulbrut, dem Kleinen Beutenkäfer und den Tropilaelaps-Milben, sie unterliegt aber der Meldepflicht. Zugleich verpflichtet die Bienenseuchen-Verordnung den Besitzer, alle Völker eines befallenen Standes jährlich gegen Varroatose zu behandeln.

Quellen (4)

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