Umlarven
Lexikon
Umlarven bezeichnet in der Königinnenzucht das gezielte Umsetzen sehr junger Bienenlarven aus normalen Arbeiterinnenzellen in künstliche Weiselnäpfchen.
Umlarven bezeichnet in der Königinnenzucht das gezielte Umsetzen sehr junger Bienenlarven aus normalen Arbeiterinnenzellen in künstliche Weiselnäpfchen. Weil eine Larve nur in den ersten Lebensstunden noch zur Königin heranwachsen kann, wenn sie durchgehend mit Gelée royale gefüttert wird, ermöglicht diese Technik es dem Imker, gezielt Nachkommen von ausgewählten Muttervölkern als Königinnen aufziehen zu lassen, statt auf zufällige Nachschaffung zu warten.
Für den Erfolg entscheidend ist das Alter der verwendeten Larven: Nach Angaben des bayerischen Fachzentrums Bienen dürfen die entnommenen Larven höchstens eineinhalb Tage alt sein, damit aus ihnen noch eine vollwertige Königin heranwachsen kann. Mit einem feinen Umlarvlöffel oder einem Marderhaarpinsel wird die Larve von der runden Seite her vorsichtig aus der Zelle gehoben und in den vorbereiteten Weiselnapf gelegt, ohne sie dabei zu drehen oder zu verletzen.
In der Praxis braucht Umlarven vor allem Übung und ein ruhiges Umfeld, viele Imker nutzen eine beleuchtete Lupe, um die winzigen Larven überhaupt sicher zu erkennen. Ein häufiger Anfängerfehler ist die Verwendung zu alter Larven, die auf den ersten Blick kaum größer wirken, sich aber bereits auf dem Weg zur Arbeiterin befinden und dann trotz Umsetzung keine vollwertige Königin mehr ergeben.