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Stockbiene

Lexikon

Als Stockbiene bezeichnet man eine Arbeiterin in der ersten Phase ihres erwachsenen Lebens, in etwa vom ersten bis zum zwanzigsten Lebenstag.

Als Stockbiene bezeichnet man eine Arbeiterin in der ersten Phase ihres erwachsenen Lebens, in etwa vom ersten bis zum zwanzigsten Lebenstag. In dieser Zeit verlässt sie den Bienenstock kaum und übernimmt nacheinander verschiedene Aufgaben im Inneren: Sie reinigt frisch geschlüpfte Zellen, versorgt als Ammenbiene die Brut und die Königin mit Futtersaft, baut als Baubiene mit Wachs neue Waben, lagert Nektar und Pollen ein und bewacht gegen Ende dieser Phase das Flugloch.

Welche Aufgabe eine Stockbiene gerade übernimmt, hängt eng mit der Entwicklung ihrer inneren Drüsen zusammen. Futtersaftdrüsen, Wachsdrüsen und Giftdrüse werden nacheinander aktiv und wieder zurückgebildet, sodass sich der Alltag der Biene mit dem Alter automatisch verändert. Dieses Prinzip der altersabhängigen Arbeitsteilung ist jedoch nicht starr: Fehlt es dem Volk zum Beispiel an Ammenbienen, können auch ältere Stockbienen ihre Futtersaftdrüsen reaktivieren und wieder Ammendienste übernehmen.

Für die imkerliche Praxis ist dieses Wissen wichtig, wenn Völker zusammengelegt, Ableger gebildet oder Waben mit offener Brut zugehängt werden. Solche Eingriffe funktionieren nur, wenn genügend junge Stockbienen im richtigen physiologischen Zustand vorhanden sind, sonst fehlt es an Pflegekapazität für die Brut. Ein verbreiteter Irrtum ist, das Alter einer Biene rein äußerlich bestimmen zu wollen, tatsächlich lässt sich die Aufgabe nur aus dem Verhalten am Volk ablesen.

Quellen (3)

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