Schwarmkontrolle
Lexikon
Schwarmkontrolle bezeichnet die regelmäßige Durchsicht eines Bienenvolkes während der Frühjahrs- und Frühsommermonate, um rechtzeitig zu erkennen, ob es Schwarmzellen anlegt.
Schwarmkontrolle bezeichnet die regelmäßige Durchsicht eines Bienenvolkes während der Frühjahrs- und Frühsommermonate, um rechtzeitig zu erkennen, ob es Schwarmzellen anlegt. Nur wer den Beginn der Schwarmstimmung nicht verpasst, kann noch reagieren, sei es durch Schwarmverhinderung, Schwarmlenkung oder eine bewusste Schwarmvorwegnahme.
Bei Völkern mit geteiltem Brutraum lässt sich die sogenannte Kippkontrolle nutzen: Die obere Brutraumzarge wird leicht angehoben und mit einem Rauchstoß werden die Bienen in die Wabengassen zurückgedrängt, sodass der untere Rand der oberen Brutwaben frei einsehbar ist, wo sich Schwarmzellen bevorzugt befinden. Bei ungeteiltem Brutraum müssen dagegen zwei bis drei Brutwaben gezogen und direkt auf Näpfchen und Zellen untersucht werden. Findet man ein Näpfchen ohne Ei, handelt es sich meist noch um ein harmloses Spielnäpfchen. Sind bereits Eier oder Larven zu erkennen, ist das Volk in Schwarmstimmung, und alle Waben müssen gezogen und auf Schwarmzellen kontrolliert werden.
Das Bieneninstitut Kirchhain empfiehlt, diese Kontrolle in wachstumsstarken Zeiten wöchentlich durchzuführen, denn eine einzige übersehene, später verdeckelte Schwarmzelle kann bereits dazu führen, dass der Schwarm vor der nächsten Durchsicht auszieht. Wird Schwarmstimmung festgestellt, lässt sich durch maßvolles Schröpfen, also die Entnahme von ein bis zwei Brutwaben mit ansitzenden Bienen, oft schon gegensteuern, bevor härtere Maßnahmen wie ein Zwischenableger nötig werden.
Ein häufiger Anfängerfehler ist, die Kontrolle zu selten durchzuführen oder einzelne, versteckt angelegte Zellen am Wabenrand zu übersehen. Erfahrene Imkerinnen und Imker schütteln die Bienen deshalb von den Waben ab, um wirklich jede Zelle sehen zu können.