Schwänzeltanz
Verhalten der Bienen
Eine heimgekehrte Sammlerin läuft auf der senkrechten Wabe eine liegende Acht und schwänzelt im Mittelstück mit dem Hinterleib.
Eine heimgekehrte Sammlerin läuft auf der senkrechten Wabe eine liegende Acht und schwänzelt im Mittelstück mit dem Hinterleib. Damit gibt sie Richtung und Entfernung einer Trachtquelle an. Die Richtung steckt im Winkel des Schwänzellaufs zur Senkrechten: Zeigt er gerade nach oben, liegt die Quelle in Richtung der Sonne. Die Entfernung steckt vor allem in der Zahl der Schwänzelbewegungen, wobei eine Bewegung grob 65 bis 75 Metern Flugstrecke entspricht. Karl von Frisch beschrieb das 1923 und erhielt dafür 1973 den Nobelpreis.
Ein einzelner Tanz ist ungenau. Die Richtungsangabe streut um etwa neun Grad, und nur die Hälfte der Entfernungsangaben liegt im Bereich von plus minus zwanzig Prozent. Die Nachläuferinnen gleichen das aus, indem sie mehrere Läufe verfolgen und mitteln. Im dunklen Stock zählen dabei nicht Bilder, sondern Vibration, Berührung und Duft.
Getanzt wird nicht nur für Nektar, sondern auch für Wasser, für Harz und im Schwarm für eine neue Wohnung. Ob die Tanzsprache wirklich so viel leistet, war jahrzehntelang umstritten; mit der Radarverfolgung einzelner Bienen gilt der Kern heute als bestätigt. Am Stand lässt sich das an der Wabe beobachten: lebhaftes Tanzen bedeutet gute Tracht.