Rühren des Honigs
Lexikon
Das Rühren des Honigs ist eine handwerkliche Technik, mit der Imker die natürliche Kristallisation gezielt steuern, damit der Honig am Ende streichfähig und feincremig wird statt grobkörnig und hart.
Das Rühren des Honigs ist eine handwerkliche Technik, mit der Imker die natürliche Kristallisation gezielt steuern, damit der Honig am Ende streichfähig und feincremig wird statt grobkörnig und hart. Ohne Bearbeitung bilden viele Honige beim Auskristallisieren große, sandige Kristalle, die auf der Zunge unangenehm körnig wirken, während fein durchgerührter Honig eine gleichmäßige, weiche Konsistenz bekommt, die sich leicht aufs Brot streichen lässt.
In der Praxis haben sich unter Imkern mehrere Verfahren etabliert. Beim mehrmaligen Rühren wird der frisch geschleuderte Honig sofort mit einem Anteil bereits feincremigen Impfhonigs vermischt und in den folgenden Tagen bei kühler Raumtemperatur mehrfach täglich gerührt, bis er fest ist. Beim einmaligen Rühren lässt man den Honig zunächst von selbst anziehen und rührt ihn dann kräftig mit einem Rührgerät, bevor er nach einigen Tagen die gewünschte feste, feinsteife Konsistenz erreicht. Wichtig ist dabei, den Rührer stets unter der Honigoberfläche zu halten, damit möglichst wenig Luft eingearbeitet wird.
Ein häufiger Fehler ist, den Honig bei zu hoher Raumtemperatur zu rühren, denn oberhalb von etwa 20 Grad wachsen die Kristalle schneller und grober, wodurch der gewünschte feincremige Effekt verloren geht. Ebenso wichtig ist die richtige Reihenfolge, denn ohne vorheriges Beimpfen mit feinen Kristallen führt reines Rühren allein oft nicht zu einer gleichmäßigen, feinen Struktur, sondern nur zu einer unregelmäßigen Vermischung grober und feiner Kristalle.