Räuberei
Lexikon
Von Räuberei spricht man, wenn Bienen in fremde Völker eindringen, um deren Vorräte zu erbeuten.
Von Räuberei spricht man, wenn Bienen in fremde Völker eindringen, um deren Vorräte zu erbeuten. Ausgelöst wird das vor allem durch trachtarme Perioden, etwa nach den Honigernten im Spätsommer. Betroffen sind in der Regel kleine oder geschwächte Völker. Ein vitales, weiselrichtiges Volk mit einem an seine Stärke angepassten Flugloch kann angreifende Bienen dagegen abwehren.
Ein großer Teil der Fälle geht auf den Imker zurück. Als Ursachen gelten der unsachgemäße Umgang mit Flüssigfutter, herumstehende Futter- und Honigwaben und Beuten, die während einer Trachtlücke lange offen bleiben. Offene Waben und Drohnenrahmen locken sofort fremde Bienen an. Auch die Futterwahl spielt hinein: Flüssiges Futter ist attraktiver als Futterteig, und mit der Attraktivität steigt die Gefahr von Räuberei.
Erkennen lässt sich Räuberei an hektischem, im Vergleich zu den Nachbarvölkern deutlich erhöhtem Flugbetrieb, an Kämpfen zwischen Wächter- und Räuberbienen, an Anflug von oben oder unten statt geradlinig aufs Flugbrett, an verklebten Fluglöchern mit Wachsresten, an Flügeln und Beinen auf der Bodeneinlage sowie an grob aufgerissenen Futterzellen in den Waben.
Vorbeugen ist einfacher als eingreifen: nur weiselrichtige und vitale Völker halten, Fluglochgröße immer der Volksstärke anpassen, Jungvölker möglichst auf einem separaten Stand führen, bei der Ernte Bienenfluchten einsetzen, entnommene Waben bienendicht verschließen, Entdeckelungswachs und Geräte nicht im Freien ausschlecken lassen und Beuten in der trachtarmen Zeit so kurz wie möglich offen halten. Wichtig ist der zweite Schaden, den viele übersehen: Räuberei verschleppt Krankheitserreger und Varroamilben zwischen den Völkern. Auch ein frisch behandeltes Volk kann sich auf diesem Weg wieder mit Milben aufladen.