Puderzuckerprobe
Arbeiten am Bienenstand
Die Windel zeigt den Milbenfall, die Bienenprobe den Befallsgrad.
Die Windel zeigt den Milbenfall, die Bienenprobe den Befallsgrad. Dafür werden Bienen aus dem obersten Raum von einer Honig- oder Randwabe ohne Königin und ohne Brut auf eine Folie gestoßen und in einen Becher mit 100 Millilitern Inhalt geschüttet. Ein voller Becher fasst etwa 500 Bienen, also rund 50 Gramm. Nur mit dieser festen Probengröße sind die Werte vergleichbar.
Beim Puderzuckerverfahren kommen fünf gehäufte Esslöffel Puderzucker, etwa 35 Gramm, durch das Gitter des Schüttelbechers. Kurz schütteln, die Bienen mindestens drei Minuten im Puderzucker lassen und dabei ein- bis zweimal leicht bewegen, dann über einem Feinsieb etwa eine Minute kräftig ausschütteln. Puderzucker aussieben, Milben auf hellem Untergrund zählen, Bienen zurück ins Volk. Vorausgesetzt sind trockenes Wetter, trockene Bienen und klumpenfreier Puderzucker. Beim Auswaschen werden die Bienen dagegen eingefroren und mit Spülmittelwasser geschüttelt; das ist ähnlich genau, kostet die Bienen aber das Leben.
Bei den Schwellen unterscheiden sich die Empfehlungen. Das Bieneninstitut Kirchhain staffelt nach Monat, bezogen auf die 50-Gramm-Probe: im Juli unter 5 Milben unbedenklich, 5 bis 25 in nächster Zeit behandeln, über 25 unverzüglich; im August liegt die untere Marke bei 10, im September bei 15. Vereinfacht wird auch pauschal mit 5 Milben je Probe gearbeitet, also einem Prozent. Der Vorteil gegenüber der Windel: Die Bienenprobe misst einen Anteil und ist damit von der Volksstärke unabhängig.