Puderzuckermethode
Lexikon
Die Puderzuckermethode ist ein bienenschonendes Verfahren, um den Varroabefall eines Volkes einzuschätzen, ohne die entnommenen Bienen dabei zu töten.
Die Puderzuckermethode ist ein bienenschonendes Verfahren, um den Varroabefall eines Volkes einzuschätzen, ohne die entnommenen Bienen dabei zu töten. Eine Portion von rund 50 Gramm Bienen, also etwa 500 Tieren, wird von einer Wabe aus dem Honigraum oder einer Randwabe ohne Königin in ein Schüttelglas mit feinem Sieb gegeben und mit trockenem Puderzucker bestäubt. Durch das Schütteln verlieren die auf den Bienen sitzenden Varroamilben ihren Halt, fallen mit dem Puderzucker durch das Sieb und können anschließend gezählt werden. Die bestäubten Bienen werden dem Volk wieder zugesetzt; nach Angaben des Schweizer Bienengesundheitsdienstes verkürzt die Prozedur allerdings ihre Lebensdauer.
Entscheidend für ein verlässliches Ergebnis ist trockene Witterung, denn schon eine geringe Feuchtigkeit lässt den Puderzucker verklumpen, wodurch Milben am Zucker haften bleiben statt durchzufallen und der Befall unterschätzt wird. Aus diesem Grund raten die meisten Anleitungen, die Probe nur bei sicher trockenem Wetter und mit ganz trockenem, klumpenfreiem Puderzucker durchzuführen.
Für die tägliche Praxis ist die Methode vor allem dort beliebt, wo Bienen nicht geopfert werden sollen, etwa bei kleinen Bestandsprüfungen im Verlauf der Saison. Allerdings weisen einzelne Fachquellen darauf hin, dass Varroamilben innerhalb eines Volkes ungleich verteilt sind und sich in bestimmten Wabenbereichen häufen können, sodass eine einzelne Probe den tatsächlichen Gesamtbefall über- oder unterschätzen kann.
Ein verbreiteter Fehler ist es, die Puderzuckermethode bei feuchter oder kühler Witterung durchzuführen und das Ergebnis trotzdem als verlässlich zu behandeln. Ebenso wird gelegentlich übersehen, dass die Probe mit ausreichend vielen Bienen und aus mehreren Wabengassen gezogen werden sollte, um ein repräsentatives Bild zu erhalten, statt sich auf eine einzelne, zufällig erreichbare Wabe zu beschränken.