Pollenanalyse
Lexikon
Die Pollenanalyse, fachsprachlich auch Melissopalynologie genannt, ist eine mikroskopische Untersuchungsmethode, mit der die botanische und geografische Herkunft von Honig überprüft wird.
Die Pollenanalyse, fachsprachlich auch Melissopalynologie genannt, ist eine mikroskopische Untersuchungsmethode, mit der die botanische und geografische Herkunft von Honig überprüft wird. Weil Bienen beim Sammeln von Nektar unbeabsichtigt auch winzige Pollenkörner aufnehmen, die im Honig erhalten bleiben, dokumentiert das Pollenbild eines Honigs, welche Pflanzen die Bienen tatsächlich besucht haben, und lässt sich damit als Nachweis für Sorten und Herkunftsangaben heranziehen.
Für die Untersuchung wird eine Honigprobe in Wasser gelöst, der enthaltene Pollen durch Zentrifugieren abgetrennt und als dünnes Sediment auf einen Objektträger gebracht. Unter dem Mikroskop werden anschließend bei starker Vergrößerung mehrere hundert Pollenkörner ausgezählt und den jeweiligen Pflanzenarten zugeordnet, sodass sich am Ende die prozentualen Anteile der einzelnen Pollentypen im Honig ergeben. Neben der reinen Pollenbestimmung lassen sich unter dem Mikroskop auch andere Bestandteile erkennen, etwa charakteristische Elemente von Honigtauhonig oder Hefen, die auf beginnende Gärung hindeuten können.
Für Imker und Untersuchungsstellen ist die Pollenanalyse ein wichtiges Werkzeug, um Sortenbezeichnungen wie Rapshonig oder Lindenhonig sowie regionale Herkunftsangaben zu belegen oder zu widerlegen. Ein häufiges Missverständnis ist, aus dem reinen Pollenanteil direkt und ohne Weiteres auf den tatsächlichen Trachtanteil zu schließen, denn je nach Pflanzenart wird unterschiedlich viel Pollen produziert, sodass Fachleute die Ergebnisse der Pollenanalyse immer im Zusammenhang mit sensorischen und chemisch physikalischen Merkmalen bewerten.