Ocellen
Lexikon
Neben den beiden großen Facettenaugen tragen Bienen auf der Stirn drei winzige Punktaugen, die Ocellen.
Neben den beiden großen Facettenaugen tragen Bienen auf der Stirn drei winzige Punktaugen, die Ocellen. Sie sind kaum größer als ein Stecknadelkopf und stehen dreieckig zueinander angeordnet auf dem Scheitel des Kopfes. Anders als das Facettenauge besitzt jedes Ocellus nur eine einzige, stark gewölbte Linse, hinter der viele Lichtsinneszellen liegen, ein scharfes Bild liefern sie deshalb nicht.
Die Stärke der Ocellen liegt stattdessen in einer sehr hohen Lichtempfindlichkeit. Sie messen vor allem die allgemeine Helligkeit der Umgebung und unterstützen damit die innere Uhr der Biene sowie ihre Orientierung am Horizont, was für einen stabilen, ausbalancierten Flug wichtig ist. Auch beim Auffinden des dunklen Flugloches im Inneren des Stockes spielen sie vermutlich eine Rolle.
Für die Praxis erklären die Ocellen unter anderem, warum Bienen bei stark wechselndem Licht, etwa im Schatten von Bäumen oder bei Gewitterstimmung, ihr Flugverhalten anpassen und weshalb der Beginn und das Ende des täglichen Flugbetriebs eng an die Lichtverhältnisse gekoppelt sind. Wer nur die großen Komplexaugen kennt, übersieht leicht, dass Bienen mit den Ocellen über ein zweites, völlig anders arbeitendes Sehsystem verfügen, das eher der groben Lichtmessung als dem eigentlichen Sehen von Formen dient.