Melezitose
Lexikon
Melezitose ist ein Dreifachzucker, der aus zwei Molekülen Traubenzucker und einem Molekül Fruchtzucker besteht und vor allem im Honigtau bestimmter Blattlausarten vorkommt, insbesondere auf Fichten und anderen Nadelbäumen.
Melezitose ist ein Dreifachzucker, der aus zwei Molekülen Traubenzucker und einem Molekül Fruchtzucker besteht und vor allem im Honigtau bestimmter Blattlausarten vorkommt, insbesondere auf Fichten und anderen Nadelbäumen. Für Imker ist dieser Zucker vor allem deshalb von Bedeutung, weil er sich anders verhält als die übrigen Honigzucker und dazu neigt, sehr schnell und sehr fest auszukristallisieren, teilweise schon in der Wabe, bevor der Honig überhaupt geschleudert werden kann.
Enthält ein Waldhonig einen hohen Anteil an Melezitose, kann er bereits in den Wabenzellen vom Zellboden her hart werden und sich weder ausschleudern noch von den Bienen leicht aufnehmen lassen. Man spricht dann von Zementhonig, weil sich der Honig ähnlich fest anfühlt wie ausgehärteter Zement. Für die Bienen selbst ist ein hoher Melezitoseanteil im Winterfutter riskant, weil sie den harten Honig kaum auflösen können und dadurch Verdauungsprobleme bis hin zu ernsthaften Erkrankungen des Bienenvolkes drohen.
In der imkerlichen Praxis bedeutet ein Verdacht auf hohen Melezitosegehalt, betroffene Waben möglichst frühzeitig zu schleudern oder notfalls die Bienen die verhärteten Waben selbst umtragen zu lassen, wobei sie durch erneute Bearbeitung mit eigenen Enzymen die Kristalle teilweise wieder auflösen können. Manche Imker mischen stark melezitosehaltigen Honig auch bewusst mit feuchterem Honig, um die Kristallisationsneigung zu senken und den Honig doch noch verarbeiten zu können.