Maikrankheit
Krankheiten
Die Maikrankheit, auch Pollenverstopfung oder Eiweißverstopfung genannt, ist eine nicht ansteckende Verdauungsstörung der jungen Bienen.
Die Maikrankheit, auch Pollenverstopfung oder Eiweißverstopfung genannt, ist eine nicht ansteckende Verdauungsstörung der jungen Bienen. Betroffen sind die Ammenbienen. Um aus Pollen und Vorräten Futtersaft zu bereiten, brauchen sie viel Wasser. Fehlt es, verhärtet die Pollenmasse im Verdauungstrakt und verstopft ihn.
Ausgelöst wird das typischerweise, wenn viel Brut zu versorgen ist und gleichzeitig kaltes, nasses Wetter die Wasserholerinnen am Fliegen hindert, klassisch um die Eisheiligen. Die Bayerische Landesanstalt beschreibt die Folge: Darmbakterien sammeln sich mangels Kotabgabe an, es entstehen giftige Abbauprodukte, Darm und Muskulatur werden gelähmt, die Bienen werden flugunfähig und sterben. In der Schweiz wird zusätzlich das Bakterium Spiroplasma apis als möglicher Auslöser genannt.
Das Bild ist eindeutig: Junge Bienen krabbeln vor der Beute zusammen, zittern und hüpfen, ihr Hinterleib ist prall aufgetrieben und fest. Drückt man ihn, tritt ein dicker, wurstförmiger gelber bis brauner Kot aus. Wichtig für die Unterscheidung von der Ruhr: Kotflecken in der Beute fehlen.
Die Abhilfe ist einfach und wirkt schnell: Flüssigkeit geben. Empfohlen wird verdünntes Zuckerwasser, das auf die bienenbesetzten Waben gesprüht oder in einem Futtergeschirr angeboten wird. Kein Honigwasser, das zieht Räuberei nach sich. Liegt ein Honigraum auf, wird nur reines Wasser gegeben. Vorbeugend gehört eine Tränke in erreichbare Nähe des Standes, aber außerhalb der Flugschneise.
Zu unterscheiden ist die Bettlacher Maikrankheit. Sie sieht ähnlich aus, wird aber durch Pollen von Hahnenfußgewächsen und deren Inhaltsstoff Anemonin ausgelöst. Hier hilft nur Abwandern.