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Königinnensubstanz

Lexikon

Als Königinnensubstanz bezeichnet man das Pheromongemisch, das die Königin vor allem in ihren Mandibeldrüsen bildet.

Als Königinnensubstanz bezeichnet man das Pheromongemisch, das die Königin vor allem in ihren Mandibeldrüsen bildet. Diese Oberkieferdrüsen sitzen im Kopf oberhalb der Mandibeln und sind bei der Königin deutlich größer ausgebildet als bei Arbeiterin und Drohn. Das Sekret ist ölig und für den Menschen geruchlos. Der Hofstaat nimmt es beim Belecken und Füttern der Königin auf und gibt es über Futteraustausch und Körperkontakt an die übrigen Bienen weiter, sodass es sich im ganzen Volk verteilt.

Die Wirkung ist die eines Signalstoffs. Die Königinnensubstanz prägt den gemeinsamen Stockduft und hält das Volk als Einheit zusammen. Sie wirkt anziehend auf die Arbeiterinnen und hemmt zugleich die Entwicklung ihrer Eierstöcke. Solange genug davon im Volk zirkuliert, unterbleibt außerdem der Bau von Weiselzellen.

Zwei Punkte werden häufig falsch verstanden. Erstens ist die Königinnensubstanz kein einzelner Duftstoff, sondern ein Gemisch, und die Königin gibt Pheromone nicht nur über die Mandibeldrüsen ab: Auch die Tergittaschendrüsen und die Koschevnikowsche Drüse sind daran beteiligt. Zweitens wirkt der Stoff nicht wie ein Schalter, sondern über seine Konzentration. Entscheidend ist, wie viel bei der einzelnen Biene ankommt.

Genau daraus folgt die Bedeutung für die Praxis. Wird ein Volk sehr groß oder lässt die Königin nach, verdünnt sich das Pheromon im Volk. Die Arbeiterinnen legen dann Weiselzellen an, und es kommt zum Schwärmen oder zur stillen Umweiselung. Rechtzeitiges Erweitern und Entlasten wirkt hier vorbeugend. Geht die Königin verloren, fehlt das Signal, und das Volk zieht aus vorhandener junger Brut Nachschaffungszellen.

Quellen (4)

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