Calistrip® Biox
Behandlungsmittel
Calistrip® Biox ist ein oxalsäurehaltiges Tierarzneimittel in Form von Kunststoffstreifen, die in das Bienenvolk gehängt werden.
Calistrip® Biox ist ein oxalsäurehaltiges Tierarzneimittel in Form von Kunststoffstreifen, die in das Bienenvolk gehängt werden. Es stammt vom spanischen Hersteller Calier, wird im deutschsprachigen Raum von BeeVital (Wien) vertrieben und ist seit 2025 in Deutschland und weiteren EU-Ländern zugelassen. Jeder Streifen aus Polypropylen enthält 6,44 g Oxalsäuredihydrat sowie Glycerin, dünnflüssiges Paraffin und Erucamid als Träger- und Gleitstoffe. Eine Packung enthält 10 Streifen und reicht für fünf Bienenvölker.
Anders als Träufeln, Sprühen oder Verdampfen wirkt das Präparat nicht auf einen Schlag, sondern gibt den Wirkstoff über sechs Wochen laufend ab. Die Bienen nehmen die Oxalsäure beim Putzen und beim Kontakt mit den Streifen auf und verteilen sie im Volk; getroffen werden nur die Milben, die frei auf den Bienen sitzen. Die Fachinformation empfiehlt die Anwendung nur ohne Brut oder beim niedrigsten Brutstand und solange die Bienen noch aktiv sind; klinische Daten liegen nur für den Herbst in Südeuropa vor.
Das Bieneninstitut Kirchhain hat die Streifen im Sommer 2025 unter mitteleuropäischen Bedingungen geprüft und kommt zu einem klaren Ergebnis: In Völkern mit normalem Brutumfang wirkt Calistrip® Biox nicht ausreichend und ist als alleinige Sommerbehandlung nicht geeignet. Empfohlen wird der Einsatz nur in Völkern ohne oder mit wenig Brut, also nach der Tracht im Spätsommer oder Herbst, solange das Volk noch aktiv ist und nicht in der Wintertraube sitzt. Bei normalem Brutumfang sollen andere Mittel oder biotechnische Verfahren zum Einsatz kommen.
Angewendet werden zwei Streifen je Volk. Sie werden jeweils zwischen zwei Rähmchen mit Futterwaben gehängt, bei Bedarf über die Faltlinien an das Wabenmaß angepasst, nicht zerschnitten und nach sechs Wochen entnommen und entsorgt. Die Streifen dürfen nicht wiederverwendet werden. Der Hersteller empfiehlt, alle Völker eines Standes gleichzeitig zu behandeln, die Honigräume vorher abzunehmen und einen offenen Gitterboden zu verwenden. Hängen die Streifen zu dicht an den Zellen, kann es dort zu Rückbau der Wabe kommen; bei ausreichendem Abstand zwischen Wabe und Streifen wurden keine Probleme beobachtet.
Beim Umgang gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für Oxalsäure: säurefeste Handschuhe und Schutzbrille. Die Wartezeit auf Honig beträgt null Tage, sobald die Streifen entfernt sind. Während der Behandlung darf kein Honig aus dem Brutraum entnommen werden, und während der Tracht darf nicht behandelt werden.
Quellen (5)
- LLH Bieneninstitut Kirchhain: Varroabehandlung mit Oxalsäurestreifen (Prüfung Sommer 2025)
- bienen&natur: Oxalsäure-Streifen in der Varroa-Bekämpfung, Wirkungsweise, Anwendung und Risiken von Calistrip Biox
- bienen&natur: Neue Varroabehandlung, Oxalsäurestreifen Calistrip Biox anwenden
- bienen&natur: Neue Varroa-Streifen im Check, Fragen an Calier und BeeVital
- The Honey Factory: Calistrip® Biox Produktdaten (Zulassungsinhaber BeeVital, 6,44 g Oxalsäuredihydrat je Streifen)