Bruthygiene
Lexikon
Bruthygiene bezeichnet die Fähigkeit eines Volkes, geschädigte, kranke oder abgestorbene Brut zu erkennen, zu entdeckeln und auszuräumen.
Bruthygiene bezeichnet die Fähigkeit eines Volkes, geschädigte, kranke oder abgestorbene Brut zu erkennen, zu entdeckeln und auszuräumen. Sie ist ein wichtiger Baustein der natürlichen Krankheitsabwehr und wirkt gegen Kalkbrut, Faulbrut und die Vermehrung der Varroamilbe.
Gemessen wird sie im Nadeltest, auch Pin-Test genannt. Dabei wird eine festgelegte Zahl verdeckelter Brutzellen mit einer feinen Nadel durchstochen und die Larve damit abgetötet. Nach einer festgelegten Zeit wird gezählt, wie viele dieser Zellen das Volk entdeckelt und ausgeräumt hat. Das Ergebnis ist ein Prozentwert.
Daneben werden in der Varroatoleranzzucht weitere Merkmale erfasst, die auf demselben Verhalten beruhen. Beim Merkmal SMR geht es um die unterdrückte Milbenvermehrung, beim Recapping darum, dass Bienen verdeckelte Zellen öffnen und wieder verschließen. Beide werden seit einigen Jahren als eigene Zuchtwerte in BeeBreed geführt.
Die Erblichkeit der Ausräumrate ist in der deutschen Toleranzzuchtpopulation gut belegt und bewegt sich in einer Größenordnung, die züchterische Fortschritte möglich macht. Für den einzelnen Imker ist wichtig: Bruthygiene ersetzt keine Varroabehandlung, sie senkt nur den Druck.