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Brutdistanzierung

Lexikon

Brutdistanzierung bezeichnet in der Imkerei eine Gruppe biotechnischer Maßnahmen, bei denen die Eiablage der Königin zeitlich oder räumlich von der bereits vorhandenen Brut getrennt wird, um den Vermehrungszyklus der Varroamilbe zu unterbrechen.

Brutdistanzierung bezeichnet in der Imkerei eine Gruppe biotechnischer Maßnahmen, bei denen die Eiablage der Königin zeitlich oder räumlich von der bereits vorhandenen Brut getrennt wird, um den Vermehrungszyklus der Varroamilbe zu unterbrechen. Die Grundidee ist bei allen Varianten dieselbe: Weil sich die Milbe ausschließlich in verdeckelter Brut fortpflanzt, entsteht durch die künstlich erzeugte Distanz zwischen alter und neuer Brut ein Zeitfenster, in dem sich möglichst viele Milben auf den erwachsenen Bienen befinden und dort mit organischen Säuren wirksam behandelt werden können.

In der Praxis wird Brutdistanzierung meist durch eine Teilung des Volkes umgesetzt, etwa indem ein Teil mit der Königin und offener Brut abgetrennt wird, während der übrige, brutlose Teil zunächst sich selbst überlassen bleibt, bis alle vorhandene Brut ausgelaufen ist. Da verdeckelte Arbeiterinnenbrut rund zwölf Tage in der Zelle bleibt und Drohnenbrut noch einige Tage länger, muss diese Wartezeit entsprechend lang bemessen sein, bevor der brutlose Teil tatsächlich vollständig brutfrei ist und behandelt werden kann. Dasselbe Grundprinzip liegt auch der kompletten Brutentnahme zugrunde, bei der sämtliche Brutwaben eines Volkes entnommen und zu Sammelbrutablegern zusammengestellt werden, damit im Ursprungsvolk rasch Brutfreiheit entsteht.

Für Imkerinnen und Imker ist die Brutdistanzierung vor allem dann interessant, wenn man ohne den vollständigen Verlust einer Saison Ableger bilden und gleichzeitig eine wirksame Varroabehandlung durchführen möchte, denn beide Ziele lassen sich in einem Arbeitsgang verbinden. Der Nachteil ist der hohe Zeit- und Kontrollaufwand, weshalb sich das Verfahren in der Praxis eher für engagierte Hobbyimkereien eignet als für große Betriebe, die nicht alle Völker gleichzeitig behandeln können.

Ein häufiger Fehler besteht darin, den brutfreien Zeitpunkt falsch einzuschätzen und zu früh zu behandeln, während noch verdeckelte Brut und damit noch geschützte Milben im Volk vorhanden sind. Nur eine sorgfältige Kontrolle der Brutwaben stellt sicher, dass die Behandlung tatsächlich auf ein brutfreies und damit maximal empfängliches Volk trifft.

Quellen (2)

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