Arbeitsteilung nach Alter
Verhalten der Bienen
Eine Arbeiterin wechselt im Lauf ihres Lebens die Aufgabe.
Eine Arbeiterin wechselt im Lauf ihres Lebens die Aufgabe. In den ersten Tagen nach dem Schlüpfen putzt sie Zellen und räumt Kokonreste und Larvenkot aus, damit die Königin wieder stiften kann. Ab dem vierten Tag pflegt sie Brut: Die Futtersaftdrüsen werden am vierten Tag aktiv und liefern ab dem sechsten genug Futtersaft. Bis etwa zum zehnten oder zwölften Tag bleibt sie Ammenbiene.
Ab dem elften Tag schalten die Wachsdrüsen an, und sie wird Baubiene. Um den elften oder zwölften Tag verlässt sie das Brutnest häufiger, nimmt eingetragenen Nektar ab, bereitet den Honig zur Einlagerung vor und verwaltet die Vorräte. Zwischen dem 18. und 21. Tag kommt der Wachdienst am Flugloch dazu, danach fliegt sie als Sammlerin.
Diese Abfolge ist ein Rahmen, kein Fahrplan. Die Fachstellen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Arbeitsteilung nicht streng ist: Bei hohem Trachtangebot werden jüngere Arbeiterinnen vorzeitig zu Sammlerinnen, und zurückgebildete Futtersaftdrüsen können bei Bedarf wieder anspringen. Fest steht nur das Ende: Die letzte Phase im Leben einer Arbeiterin ist immer die Flugbiene. Für den Stand heißt das: Ein Volk gleicht Ausfälle in einer Altersgruppe aus, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Wer viele Flugbienen abnimmt, etwa beim Ableger, greift in dieses Gefüge ein. Eine Sommerbiene lebt dabei rund zwei Monate, eine Winterbiene sieben bis acht.