Zuchtwert
Lexikon
Der Zuchtwert schätzt, welchen erblichen Anteil eine Königin an der Leistung ihres Volkes hat.
Der Zuchtwert schätzt, welchen erblichen Anteil eine Königin an der Leistung ihres Volkes hat. Er trennt also, so gut es geht, das Erbgut von Standort, Wetter und Betriebsweise. Berechnet wird er für die deutschsprachigen Zuchtverbände am Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf und über die Datenbank BeeBreed veröffentlicht.
Die Skala ist so eingerichtet, dass der Durchschnitt der Vergleichsgruppe immer genau 100 beträgt und die Standardabweichung 10. Ein Wert von 110 bedeutet also, dass die Königin besser ist als rund 84 Prozent ihrer Vergleichsgruppe, ein Wert von 120 besser als rund 98 Prozent. Werte unter 100 liegen unter dem Durchschnitt.
Geschätzt werden Zuchtwerte für Honigertrag, Sanftmut, Wabensitz und Schwarmträgheit, die zusammen den Leistungsindex bilden, sowie für Merkmale der Varroatoleranz. Aus den Einzelwerten wird ein Gesamtzuchtwert gebildet, dessen Gewichtung der Züchter einstellen kann und der anschließend erneut auf den Mittelwert 100 bezogen wird.
Eine Besonderheit der Bienenzucht ist, dass die Leistung eines Volkes von tausenden Arbeiterinnen erbracht wird, die sich nicht fortpflanzen und deren Väter nicht einzeln bekannt sind. Die Schätzung berücksichtigt deshalb sowohl den Einfluss der Königin als auch den der Arbeiterinnen. Ein Leitsatz der Zuchtwertschätzung lautet: Wichtiger als hohe Zuchtwerte sind realistische Zuchtwerte, und die entstehen nur durch sauber erfasste Leistungsprüfungen.