Zuchtstoff
Lexikon
Als Zuchtstoff bezeichnet man die jungen Larven einer ausgewählten Königin, aus denen neue Königinnen herangezogen werden.
Als Zuchtstoff bezeichnet man die jungen Larven einer ausgewählten Königin, aus denen neue Königinnen herangezogen werden. Er ist das Ausgangsmaterial jeder Nachzucht.
Gewonnen wird er in der Regel durch Umlarven. Dafür werden höchstens etwa anderthalb Tage alte Larven mit einem Umlarvlöffel oder einem Marderhaarpinsel aus der Wabe genommen und in künstliche Weiselnäpfchen gelegt. Damit die Larven gleich alt sind, sperrt man die Königin vorübergehend auf eine Wabe und arbeitet einige Tage später mit dieser Wabe weiter.
Es gibt Alternativen zum Umlarven. Beim Bogenschnitt wird ein bogenförmiger Schnitt in eine erstmals bebrütete Wabe gesetzt, an dessen unterem Rand die Bienen selbst Weiselzellen anlegen. Bei Stecksystemen wie dem Jenter- oder Nicot-Verfahren legt die Königin in vorbereitete Kunststoffzellen, deren Boden anschließend samt Larve in ein Weiselnäpfchen umgesteckt wird.
Wer keinen eigenen Zuchtstoff hat, kann ihn beziehen. Mehrere Bieneninstitute und Zuchtverbände geben Zuchtstoff von gekörten Müttern ab. Beim Transport sollten die Larven im Volk oder in feuchte Tücher gewickelt bleiben, sie vertragen weder Kälte noch Austrocknen.