Zellenflugling
Lexikon
Der Zellenflugling ist die zweite Spielart des Fluglings und ebenfalls eine Schwarmvorwegnahme.
Der Zellenflugling ist die zweite Spielart des Fluglings und ebenfalls eine Schwarmvorwegnahme. Das Grundprinzip ist dasselbe: Das schwarmtriebige Volk wird am Stand verstellt, an den alten Fluglochplatz kommt eine Beute mit Mittelwänden, und die heimkehrenden Flugbienen bilden dort die neue Einheit, den Flugling. Beide Teile bleiben auf demselben Bienenstand, ein zweiter Standort wird nicht gebraucht.
Der Unterschied liegt darin, was in den Flugling gehängt wird. Beim Zellenflugling ist es keine Königin, sondern eine Brutwabe mit offenen Weiselzellen aus dem schwarmtriebigen Volk. Der Flugling ist damit zunächst weisellos und zieht sich seine Königin selbst heran. Die alte Königin bleibt im verstellten Restvolk, und dort werden alle übrigen Schwarmzellen gebrochen, damit dieser Teil nicht doch noch schwärmt.
Der große Vorteil: Die Königin muss nicht gesucht werden, was gerade bei starken Völkern viel Zeit spart. Außerdem lässt sich das Verfahren gut mit der eigenen Königinnenzucht verbinden, denn statt einer Schwarmzelle kann auch eine angepflegte Zuchtzelle eingehängt werden. Wie beim Königinnenflugling ist Flugwetter Voraussetzung, sonst sammeln sich zu wenige Bienen am alten Platz.
Das Restrisiko liegt beim Flugling selbst: Schlüpft die junge Königin nicht oder geht sie beim Begattungsflug verloren, bleibt diese Einheit weisellos. Eine Kontrolle auf Eilage lohnt deshalb erst nach etwa drei bis vier Wochen. Wird umgekehrt die alte Königin in den Flugling gesetzt, spricht man nicht vom Zellenflugling, sondern vom Königinnenflugling.