Große und Kleine Wachsmotte
Krankheiten
In Mitteleuropa treten zwei Wachsmottenarten auf: die Große Wachsmotte Galleria mellonella und die Kleine Wachsmotte Achroia grisella.
In Mitteleuropa treten zwei Wachsmottenarten auf: die Große Wachsmotte Galleria mellonella und die Kleine Wachsmotte Achroia grisella. Die erwachsenen Falter richten keinen Schaden an, sie legen nur Eier in Ritzen von Beuten und Wabenlagern ab. Den Schaden verursachen die Larven, die sich vor allem von Pollenresten, von den Kokons geschlüpfter Bienen und von den Häutungsresten in dunklen Brutwaben ernähren.
Erkennbar ist der Befall an Gespinstgängen über und in den Waben, an feinem Kot in Form kleiner dunkler Körnchen, an durchfressenen Mittelwänden und an zerstörten Zellwänden. Im Extremfall bleibt von einer Brutwabe nur noch ein Gespinstklumpen übrig. Am Bienenvolk selbst zeigt sich Befall meist erst, wenn das Volk zu schwach ist, um die Waben zu besetzen und zu verteidigen. Ein starkes Bienenvolk hält die Wachsmotte selbst in Schach.
Das eigentliche Problem ist das Wabenlager. Bei sommerlicher Wärme entwickeln sich die Larven schnell, dunkle Brutwaben mit Pollenresten sind besonders gefährdet, während helle, nie bebrütete Waben kaum befallen werden. Vorbeugend gilt deshalb: alte Brutwaben zügig ausschmelzen, Waben hell, kühl, trocken und luftig lagern, etwa in offenen Türmen mit Luftzug, und den Wabenbestand konsequent erneuern.
Waben lassen sich durch Kälte entseuchen, indem man sie tief einfriert, nach dem Schweizer Bienengesundheitsdienst etwa zwei Tage bei minus 18 Grad. Präparate auf Basis von Bacillus thuringiensis und das klassische Ausschwefeln von Leerwaben dürfen nur eingesetzt werden, wenn sie im jeweiligen Land als Biozid zugelassen sind, in der Schweiz ist das derzeit nicht der Fall.
Zu unterlassen ist der Einsatz von Mitteln, die sich im Wachs anreichern und in den Honig übergehen können, etwa Paradichlorbenzol. Solche Rückstände sind in der Imkerei nicht akzeptabel, weil Wachs im Kreislauf bleibt. Ebenso sollten befallene Waben nicht in gesunde Völker gehängt und Wabenabfälle nicht offen am Stand liegen gelassen werden. Eine Meldepflicht besteht nicht.