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Wachskreislauf

Lexikon

Als Wachskreislauf wird der Weg des Bienenwachses innerhalb einer Imkerei bezeichnet: Die Bienen bauen Waben aus, der Imker schneidet ausgediente oder überzählige Waben aus den Rähmchen, schmilzt sie ein und lässt daraus neue Mittelwände gießen, die wieder in die Völker gehängt werden.

Als Wachskreislauf wird der Weg des Bienenwachses innerhalb einer Imkerei bezeichnet: Die Bienen bauen Waben aus, der Imker schneidet ausgediente oder überzählige Waben aus den Rähmchen, schmilzt sie ein und lässt daraus neue Mittelwände gießen, die wieder in die Völker gehängt werden. Auf diese Weise schließt sich der Kreis zwischen Wachsgewinnung und Wachsverbrauch innerhalb desselben Bestands.

Problematisch wird dieser Kreislauf, wenn er vollständig geschlossen bleibt, also wenn ausschließlich das eigene, wiederholt eingeschmolzene Wachs verwendet wird. Bienenwachs ist stark fettlöslich und nimmt dadurch bereitwillig Rückstände auf, etwa aus Varroamitteln, ätherischen Ölen oder aus der Umgebung eingetragenen Pflanzenschutzmitteln. Wird immer wieder dasselbe Wachs eingeschmolzen und neu vergossen, können sich solche Rückstände über die Jahre aufkonzentrieren, weil beim Einschmelzen selbst kaum etwas davon entfernt wird.

Um das zu vermeiden, wird in der Praxis empfohlen, den Kreislauf immer wieder zu öffnen: Ein Teil des eingeschmolzenen Wachses wird aus der eigenen Mittelwandproduktion herausgenommen und stattdessen zu Kerzen oder anderen Produkten verarbeitet oder verkauft, während frisches, möglichst unbelastetes Wachs nachgekauft oder aus besonders sauberen Quellen wie Entdeckelungswachs und Baurahmen gewonnen wird. Entdeckelungswachs und das Wachs aus ausgeschnittener Drohnenbrut gelten dabei als vergleichsweise wenig belastet, weil sie kaum mit Behandlungsmitteln in Berührung kommen.

Für Imkerinnen und Imker bedeutet das im Alltag, Altwaben nicht gedankenlos immer wieder in denselben Kreislauf zurückzuführen, sondern bewusst zwischen Wachs für den eigenen Wabenbau und Wachs für andere Zwecke zu trennen. Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, selbst produziertes Wachs sei automatisch sauberer als gekauftes, dabei kann gerade langjährig im eigenen Bestand zirkulierendes Wachs stärker belastet sein als frisch bezogene Mittelwände aus kontrolliertem Ursprung.

Quellen (2)

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