Wabenhygiene
Lexikon
Wabenhygiene bezeichnet die regelmäßige Erneuerung der Waben im Bienenvolk, vor allem im Brutraum.
Wabenhygiene bezeichnet die regelmäßige Erneuerung der Waben im Bienenvolk, vor allem im Brutraum. Sie gilt als eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gegen Krankheiten, weil sich in alten Waben mit der Zeit Rückstände und Keime anreichern, die bei jedem Neubezug einer Zelle wieder mit der Brut oder dem Futter in Kontakt kommen.
Der Grund liegt im Aufbau der Wabe selbst: Jede schlüpfende Biene hinterlässt in ihrer Zelle ein dünnes Häutungshäutchen. Die Arbeiterinnen putzen die Zellen zwar gründlich, ein Rest bleibt aber häufig zurück. Über viele Brutzyklen hinweg verdunkeln sich die Waben dadurch, die Zellwände werden dicker und der nutzbare Raum in der Zelle kleiner. Diese organischen Rückstände bieten zugleich einen Nährboden für Krankheitserreger und ziehen Wachsmotten an, die gezielt die Häutungsreste befressen.
Für die tägliche Arbeit am Volk bedeutet das: Waben im Brutraum sollten nach einigen Jahren im Kreislauf gezielt ausgemustert werden, üblich sind hierfür Zeiträume von etwa zwei bis drei Jahren, wobei einzelne Quellen schon nach dem zweiten Jahr zum Austausch raten. Praktisch geschieht das meist über das sogenannte Wandern der Waben, bei dem die ältesten Rähmchen an den Rand gehängt und dort nach der Ernte oder nach dem Schlupf entnommen werden.
Ein häufiger Fehler ist es, Brutwaben unbedacht zwischen Völkern umzuhängen, etwa um ein schwaches Volk zu stützen. Dabei können Krankheitserreger von einem Volk auf ein anderes übertragen werden, ohne dass der Imker es bemerkt. Auch wird Wabenhygiene manchmal fälschlich nur als Frage der Optik verstanden, obwohl es sich um eine echte Vorbeugemaßnahme gegen Faulbrut, Nosema und andere Erreger handelt, die im Wabenwerk überdauern können.