Verkühlte Brut
Krankheiten
Von verkühlter Brut oder Kühlbrut spricht man, wenn das Volk die Brutnesttemperatur nicht mehr halten kann und die Brut daran stirbt.
Von verkühlter Brut oder Kühlbrut spricht man, wenn das Volk die Brutnesttemperatur nicht mehr halten kann und die Brut daran stirbt. Eine kalte Nacht im Frühjahr oder Herbst genügt, wenn zu wenige Bienen in einer zu großen Beute sitzen.
Typische Auslöser sind ein zu großes Raumangebot für ein schwaches Volk, knappe Futtervorräte und imkerliche Eingriffe bei kaltem Wetter. Im Winter kommen Spechtlöcher, aufgebrochene oder umgeworfene Beuten und Zugluft hinzu. Absterben können sowohl Rundmaden als auch die komplette verdeckelte Brut. Die Arbeiterinnen öffnen die toten Zellen sichtbar, die abgestorbene Brut bleibt liegen und beginnt zu faulen.
Verkühlte Brut ist selbst keine Krankheit, aber sie öffnet die Tür für Brutkrankheiten. Die Kalkbrut gilt ausdrücklich als Faktorenkrankheit, die durch Kälte, Feuchtigkeit und geringe Bienenmasse begünstigt wird.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Faulbrut. Bei der Amerikanischen Faulbrut zieht die zersetzte Brut am Streichholz Fäden, riecht nach Knochenleim und hinterlässt einen braunen Schorf, der fest mit der Zellwand verbunden ist, die Zelldeckel sind eingesunken und löchrig. Bei der Europäischen Faulbrut lässt sich der Schorf herauslösen, und es riecht säuerlich oder nach Käse. Nichts davon findet man bei verkühlter Brut.
Vorbeugen heißt: den Raum der Volksstärke anpassen, im Frühjahr nur an sonnigen Tagen über zehn Grad und dann nur oberflächlich kontrollieren, Beuten dicht halten und zu schwache Völker im Herbst lieber vereinigen als getrennt einwintern.