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Varroxal

Behandlungsmittel

Varroxal ist ein Pulver zur Anwendung im Bienenstock mit einem Gehalt von 0,71 Gramm Oxalsäure je Gramm, das entspricht 1 Gramm Oxalsäuredihydrat je Gramm.

Varroxal ist ein Pulver zur Anwendung im Bienenstock mit einem Gehalt von 0,71 Gramm Oxalsäure je Gramm, das entspricht 1 Gramm Oxalsäuredihydrat je Gramm. Ein flach abgestrichener Messlöffel enthält 1 Gramm Oxalsäuredihydrat. Das Präparat kann auf drei Wegen angewendet werden: verdampft, geträufelt oder gesprüht. Bekannt geworden ist es vor allem wegen der Verdampfung.

Die Bedeutung liegt hier im rechtlichen Bereich. Varroxal ist in Deutschland seit September 2023 zugelassen und damit das erste und bislang einzige Varroazid, mit dem das Verdampfen von Oxalsäure hierzulande überhaupt erlaubt ist. Diese Zulassung gibt aber nicht das Verfahren allgemein frei. Sie gilt für dieses Präparat, in dieser Dosierung und mit den beiden Verdampfermodellen, für die im Zulassungsverfahren Wirksamkeits- und Unbedenklichkeitsdaten vorgelegt wurden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat ausdrücklich klargestellt, dass für andere Geräte, auch für scheinbar baugleiche, keine Daten vorliegen und keine Wirksamkeit garantiert werden kann.

Für das Verdampfen werden 2 Gramm je Volk in den Tiegel gegeben und der Verdampfer durch das Flugloch unter die Wintertraube geschoben. Behandelt wird im brutfreien Volk bei Außentemperaturen von 2 bis höchstens 10 Grad, einmalig. Eine zweite Verdampfung nach zwei Wochen ist nur bei weiterhin auffälligem Milbenfall oder kleinen Flächen verdeckelter Brut vorgesehen. Für das Träufeln wird das Pulver mit lauwarmem Zuckersirup zu einer etwa 4-prozentigen Lösung angesetzt und mit rund 0,25 Milliliter je Quadratdezimeter Wabenseite ausgebracht. Für das Sprühen wird nur mit Trinkwasser auf etwa 3 Prozent verdünnt und mit 2 bis 4 Milliliter je besetzter Wabenseite gearbeitet, höchstens 80 Milliliter je Volk und nur oberhalb von 8 Grad.

In allen drei Anwendungsformen gilt dieselbe Grundbedingung: Das Volk muss brutfrei sein. Oxalsäure wirkt über Kontakt und ist gegen Milben in verdeckelten Brutzellen unwirksam. Physikalisch ist die Verdampfung heikel, weil Oxalsäure ab etwa 157 Grad sublimiert und schon ab knapp 190 Grad zerfällt. Ein sichtbarer weißer Nebel ist übrigens kein Beleg für Wirksamkeit, es handelt sich im Wesentlichen um Wasserdampf.

Der Anwenderschutz wird regelmäßig unterschätzt. Erforderlich sind langärmelige Schutzkleidung, chemikalienbeständige Handschuhe und eine Schutzbrille. Beim Verdampfen und beim Sprühen ist eine Atemschutzmaske der Klasse FFP3 vorgesehen, beim Träufeln mindestens FFP2. Gearbeitet wird im Freien oder gut belüftet und mit dem Rücken zum Wind. Die Wartezeit für Honig beträgt null Tage, angewendet werden darf das Präparat aber nicht während der Tracht und nicht mit aufgesetzten Honigzargen. Oxalsäure wirkt korrosiv auf Metallteile von Imkereigeräten, und die Anwendung ist als Tierarzneimittelbehandlung im Bestandsbuch zu dokumentieren.

Quellen (4)

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