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VarroMed

Behandlungsmittel

VarroMed ist eine gebrauchsfertige Dispersion zum Aufträufeln, die zwei organische Säuren kombiniert: 44 Milligramm Oxalsäure und 5 Milligramm Ameisensäure je Milliliter.

VarroMed ist eine gebrauchsfertige Dispersion zum Aufträufeln, die zwei organische Säuren kombiniert: 44 Milligramm Oxalsäure und 5 Milligramm Ameisensäure je Milliliter. Weitere Bestandteile sind unter anderem Zuckersirup, Propolistinktur, Sternanisöl, Zitronenöl und Citronensäure. Das Präparat ist zentral in der Europäischen Union zugelassen.

Die akarizide Wirkung geht im Wesentlichen von der Oxalsäure aus. Die zugesetzte Ameisensäure liegt in so niedriger Konzentration vor, dass in Untersuchungen kein eigener nervenerregender Effekt beobachtet wurde. Sie soll vielmehr die Wirkdauer der Oxalsäure verlängern und die Verträglichkeit verbessern. Daraus folgt ein wichtiger Punkt für die Praxis: Eine milbenabtötende Wirkung in der verdeckelten Brut ist von VarroMed nicht zu erwarten. Wer den Ameisensäureanteil als Brutwirkung versteht, missversteht das Präparat.

Geträufelt wird je nach Volksstärke 15 bis 45 Milliliter pro Behandlung auf die Bienen in den besetzten Wabengassen des Brutraums. Zugelassen sind bis zu neun Behandlungen im Jahr, verteilt auf Frühjahr, Spätsommer und eine Behandlung im Spätherbst oder Winter. Sind im Frühjahr oder Spätsommer Brut vorhanden, wird die Behandlung abhängig vom Milbenfall nach jeweils sechs Tagen wiederholt, um ein bis zwei Milbenzyklen abzudecken und auch die Milben zu erfassen, die mit den schlüpfenden Bienen die Zelle verlassen.

Die ermittelte Wirksamkeit lag im Spätherbst und Winter im Mittel bei knapp 89 Prozent, im Frühjahr bei gut 92 Prozent und im Spätsommer bei 85 Prozent. Als Nebenwirkung wurde sehr häufig eine erhöhte Sterblichkeit der Arbeiterinnen beobachtet, die mit steigender Dosis und wiederholter Behandlung zunahm. Bei längeren Behandlungszeiträumen oder Ausschöpfung der maximal zugelassenen neun Behandlungen ließen sich negative Auswirkungen auf Lebensdauer und Leistung der Königin sowie auf die Volksentwicklung nicht ausschließen. Häufig zu behandeln ist also keine sichere Strategie.

Ein praktischer Vorteil gegenüber den selbst angesetzten zuckerhaltigen Oxalsäurelösungen ist die Haltbarkeit: Die Flasche ist nach dem ersten Öffnen 30 Tage verwendbar, während selbst hergestellte Saccharoselösungen sofort verbraucht werden müssen. Weil beide enthaltenen Säuren wasserlöslich sind, entsteht keine Anreicherung im Wachs. Bei sachgerechter Anwendung außerhalb der Tracht beträgt die Wartezeit für Honig null Tage, die Anwendung während der Tracht ist eine Gegenanzeige. Die Dispersion reizt Haut und Augen, säurefeste Handschuhe und Schutzbrille sind zu tragen.

Quellen (4)

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