Varroa-Behandlungskonzept
Lexikon
Ein Varroa-Behandlungskonzept ist ein über das ganze Bienenjahr abgestimmter Plan aus biotechnischen Maßnahmen und zugelassenen Behandlungsmitteln, mit dem der Befall eines Volkes durch die Varroamilbe unterhalb einer gefährlichen Schwelle gehalten werden soll.
Ein Varroa-Behandlungskonzept ist ein über das ganze Bienenjahr abgestimmter Plan aus biotechnischen Maßnahmen und zugelassenen Behandlungsmitteln, mit dem der Befall eines Volkes durch die Varroamilbe unterhalb einer gefährlichen Schwelle gehalten werden soll. Solche Konzepte veröffentlichen unter anderem die Bieneninstitute in Veitshöchheim und Celle sowie in der Schweiz der Bienengesundheitsdienst, und sie werden regelmäßig aktualisiert.
Typischerweise beginnt das Jahr mit vorbeugenden, rein biotechnischen Schritten wie dem Einhängen von Baurahmen und dem gezielten Ausschneiden verdeckelter Drohnenbrut im Frühjahr, wodurch ein Teil der sich in der Brut vermehrenden Milben entnommen wird, ohne dass ein Medikament zum Einsatz kommt. Nach der letzten Honigernte im Juli oder August folgt meist eine Hauptbehandlung, häufig mit Ameisensäure, die auch in verdeckelte Brutzellen hineinwirkt. Grundlage für die Entscheidung, wann diese Behandlung notwendig wird, ist die laufende Kontrolle des natürlichen Milbenfalls über die Windel.
Die Schwellenwerte, ab denen gehandelt werden sollte, unterscheiden sich je nach Quelle, Region und Jahreszeit deutlich und werden von den Instituten bewusst als Orientierung, nicht als starre Grenze formuliert. Für Anfang Juli nennen die Institute in Veitshöchheim und Celle bei einem natürlichen Milbenfall von mehr als zehn Milben pro Tag die Notwendigkeit einer zeitnahen Behandlung. Eine ganz ähnliche Größenordnung nennt die Schweizer Fachseite bienen.ch für die Erhebung Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli, wo ebenfalls ab einem natürlichen Milbenfall von über zehn Milben pro Tag zu raschem Handeln geraten wird. Für den Herbst und Winter, wenn die Völker weitgehend oder ganz brutfrei sind, liegen die genannten Schwellen naturgemäß deutlich niedriger.
Ein häufiges Missverständnis ist, ein einmal erlerntes Konzept unverändert über Jahre und Regionen hinweg anzuwenden. Da sich Trachtverlauf, Witterung und der Ausgangsbefall von Jahr zu Jahr unterscheiden, empfehlen die Bieneninstitute, die eigenen Kontrollwerte laufend zu erheben und die Behandlung daran auszurichten, statt sich allein auf einen festen Kalendertermin zu verlassen. Für die Wahl und Anwendung eines Mittels gilt zudem immer die Zulassung des jeweiligen Präparats und die Packungsbeilage, ergänzt durch die aktuellen Empfehlungen der Bieneninstitute.