Logo von iBeekeeper iBeekeeper

Tropilaelaps-Milbe

Krankheiten

Tropilaelaps-Milben sind Brutparasiten der Honigbiene und stammen ursprünglich aus Asien, wo sie an den dortigen Riesenhonigbienen leben.

Tropilaelaps-Milben sind Brutparasiten der Honigbiene und stammen ursprünglich aus Asien, wo sie an den dortigen Riesenhonigbienen leben. Von den bekannten Arten nutzen mehrere auch die Westliche Honigbiene als Wirt. Die Milben sind braunrot, länglich und etwa 0,8 bis 1 Millimeter lang, damit deutlich kleiner und schmaler als die breit ovale Varroamilbe. Sie bewegen sich auffallend schnell über die Waben.

Die Milben vermehren sich in der verdeckelten Brut und schädigen Larven und Puppen. Der Entwicklungszyklus ist kürzer als bei der Varroamilbe, die Vermehrung verläuft entsprechend rasant. Ein befallenes Volk kann innerhalb weniger Wochen zusammenbrechen. Am Volk zeigen sich lückenhafte Brut, geöffnete und eingesunkene Zelldeckel, verkrüppelte und geschädigte Jungbienen sowie kriechende Bienen vor dem Flugloch, ein Bild, das an einen sehr starken Varroabefall erinnert.

Ein wichtiger biologischer Unterschied zur Varroamilbe: Tropilaelaps kann sich an erwachsenen Bienen nicht dauerhaft ernähren und stirbt in einem brutfreien Volk nach wenigen Tagen ab. Brutfreie Perioden, wie sie in Mitteleuropa im Winter natürlich auftreten oder sich imkerlich herstellen lassen, sind deshalb ein wirksamer Ansatzpunkt.

In Europa ist die Milbe bisher nicht etabliert, nachgewiesen wurde sie jedoch 2024 in Georgien und im August 2026 in der Türkei, und die Weltorganisation für Tiergesundheit rechnet mit einem weiteren Vordringen in Richtung Europa. Für die Praxis heißt das vor allem: Wachsamkeit bei der routinemäßigen Gemüllkontrolle. Wer bei der Bestimmung des natürlichen Milbenfalls neben den bekannten Varroamilben auffällig schmale, schnelle Milben findet, sollte diese sichern und untersuchen lassen.

Der Befall mit Tropilaelaps-Milben ist eine nach EU-Recht gelistete Tierseuche und in Deutschland nach der Tierseuchenmeldeverordnung meldepflichtig. Schon jeder Verdacht ist unverzüglich dem Veterinäramt zu melden. Nach der Bienenseuchen-Verordnung wird bei amtlicher Feststellung das Gebiet in einem Umkreis von mindestens einem Kilometer um den Bienenstand zum Sperrbezirk erklärt, die weiteren Maßnahmen ordnet die Behörde an. Eigenmächtige Behandlungsversuche, das Wandern oder die Abgabe verdächtiger Völker sind zu unterlassen.

Quellen (3)

Alle Begriffe im Überblick

Die nächste Durchsicht schon digital dokumentieren

Am Bienenvolk eintragen, zu Hause ist alles schon da. Auch wenn am Stand kein Netz ist.

Kostenlos starten