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Totenfallmessung

Lexikon

Die Totenfallmessung erfasst, wie viele Varroamilben von selbst absterben und auf die Windel unter dem Bienenvolk fallen, ohne dass dafür Bienen entnommen oder das Volk geöffnet werden müssen.

Die Totenfallmessung erfasst, wie viele Varroamilben von selbst absterben und auf die Windel unter dem Bienenvolk fallen, ohne dass dafür Bienen entnommen oder das Volk geöffnet werden müssen. Sie zählt damit zu den am wenigsten eingreifenden Methoden der Befallskontrolle und eignet sich besonders für eine regelmäßige, über die Saison wiederholte Beobachtung.

Für die Auswertung wird die Zahl der auf der Windel gefundenen toten Milben durch die Anzahl der Tage geteilt, an denen die Windel im Volk lag, woraus sich der durchschnittliche tägliche Milbenfall ergibt. Weil der natürliche Milbenfall aber nur einen Bruchteil des gesamten Milbenbestands im Volk widerspiegelt, wird dieser Tageswert häufig mit einem Hochrechnungsfaktor multipliziert, um den ungefähren Gesamtbefall zu schätzen. Das bayerische Institut für Bienenkunde in Veitshöchheim nennt dafür je nach Jahreszeit unterschiedliche Faktoren, 100 bis 300 von Mai bis September und 500 im Oktober und November, das niedersächsische Institut in Celle als Faustzahl 120 für den Sommer. Der höhere Faktor im Herbst bedeutet, dass dann im Verhältnis zum Bestand nur wenige Milben von selbst absterben und herunterfallen.

Die als kritisch geltenden Schwellenwerte unterscheiden sich stark nach Jahreszeit und Quelle. Für die Erhebung Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli nennt die Schweizer Fachseite bienen.ch einen natürlichen Milbenfall von mehr als zehn Milben pro Tag als Signal für rasches Handeln, während bei bis zu sieben Milben pro Tag noch schonendere Verfahren wie eine vollständige Brutentnahme infrage kommen. Für die Zeit ab November nennt das bayerische Institut in Veitshöchheim einen deutlich niedrigeren Wert von 0,5 Milben pro Tag, oberhalb dessen im brutfreien Volk eine Winterbehandlung empfohlen wird; das niedersächsische Institut in Celle setzt diese Grenze bei einer Milbe pro Tag.

Ein verbreiteter Fehler bei der Totenfallmessung ist es, nur eine einzelne, kurze Kontrolle durchzuführen und daraus eine endgültige Entscheidung abzuleiten. Da Witterung, Bruttätigkeit und zufällige Schwankungen den täglichen Milbenfall beeinflussen, empfehlen die Fachquellen übereinstimmend, die Windel über mehrere Tage auszuwerten und die Messung im Verlauf der Saison mehrfach zu wiederholen, statt sich auf einen einzigen Messwert zu verlassen.

Quellen (3)

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