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Totenfallmessung

Lexikon

Die Totenfallmessung erfasst, wie viele Varroamilben von selbst absterben und auf die Windel unter dem Bienenvolk fallen, ohne dass dafür Bienen entnommen oder das Volk geöffnet werden müssen.

Die Totenfallmessung erfasst, wie viele Varroamilben von selbst absterben und auf die Windel unter dem Bienenvolk fallen, ohne dass dafür Bienen entnommen oder das Volk geöffnet werden müssen. Sie zählt damit zu den am wenigsten eingreifenden Methoden der Befallskontrolle und eignet sich besonders für eine regelmäßige, über die Saison wiederholte Beobachtung.

Für die Auswertung wird die Zahl der auf der Windel gefundenen toten Milben durch die Anzahl der Tage geteilt, an denen die Windel im Volk lag, woraus sich der durchschnittliche tägliche Milbenfall ergibt. Weil der natürliche Milbenfall aber nur einen Bruchteil des gesamten Milbenbestands im Volk widerspiegelt, wird dieser Tageswert häufig mit einem Hochrechnungsfaktor multipliziert, um den ungefähren Gesamtbefall zu schätzen. Die Fachseite hausbiene.de nennt dafür je nach Jahreszeit unterschiedliche Faktoren, etwa rund 200 während der brütenden Sommerzeit und deutlich höhere Werte von 300 bis 400 in der brutfreien Winterzeit, weil dann ein größerer Anteil der Milben außerhalb der schützenden Brutzellen unterwegs ist und entsprechend häufiger abstirbt und herunterfällt.

Die als kritisch geltenden Schwellenwerte unterscheiden sich stark nach Jahreszeit und Quelle. Für die Erhebung Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli nennt die Schweizer Fachseite bienen.ch einen natürlichen Milbenfall von mehr als zehn Milben pro Tag als Signal für rasches Handeln, während bei bis zu sieben Milben pro Tag noch schonendere Verfahren wie eine vollständige Brutentnahme infrage kommen. Für die brutfreie Winterzeit nennt die Seite Eifelvielfalt als Faustregel einen deutlich niedrigeren Wert von etwa 0,5 Milben pro Tag, oberhalb dessen von einer relevanten Belastung des Volkes ausgegangen wird.

Ein verbreiteter Fehler bei der Totenfallmessung ist es, nur eine einzelne, kurze Kontrolle durchzuführen und daraus eine endgültige Entscheidung abzuleiten. Da Witterung, Bruttätigkeit und zufällige Schwankungen den täglichen Milbenfall beeinflussen, empfehlen die Fachquellen übereinstimmend, die Windel über mehrere Tage auszuwerten und die Messung im Verlauf der Saison mehrfach zu wiederholen, statt sich auf einen einzigen Messwert zu verlassen.

Quellen (3)

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