Logo von iBeekeeper iBeekeeper

Thymovar

Behandlungsmittel

Thymovar besteht aus imprägnierten Zellulosestreifen, die je 15 Gramm Thymol enthalten.

Thymovar besteht aus imprägnierten Zellulosestreifen, die je 15 Gramm Thymol enthalten. Die Streifen werden auf die Wabenoberträger der obersten Brutzarge an das Brutnest gelegt, dabei sollte ein Abstand von mindestens vier Zentimetern zur Brut eingehalten werden, weil näher liegende Brut von den Bienen ausgeräumt wird. Der Wirkstoff verdunstet und wirkt über die Thymolkonzentration in der Stockluft.

Die Dosierung richtet sich nach dem Beutentyp: ein Streifen bei einem Brutraum, zwei Streifen bei zwei Bruträumen, anderthalb Streifen bei Dadant. Eine vollständige Behandlung besteht aus zwei Anwendungen. Nach drei bis vier Wochen werden die Streifen entfernt und sofort eine zweite Serie für weitere drei bis vier Wochen eingelegt, insgesamt also etwa sechs bis acht Wochen. Der erhöhte Milbenfall hält noch bis zu zwei Wochen nach dem Entfernen der Streifen an.

Entscheidend für die Wirkung ist die Stockluftkonzentration, und die hängt an zwei Dingen. Erstens an der Temperatur: Die beste Wirksamkeit liegt bei Tageshöchsttemperaturen von 20 bis 25 Grad, unter 15 Grad verdunstet zu wenig Thymol, über 30 Grad ist die Anwendung eine Gegenanzeige. Zweitens an der Beute: Offene Gitterböden müssen während der Behandlung geschlossen und übergroße Fluglöcher auf normales Maß verkleinert werden, sonst verflüchtigen sich die Dämpfe und es kommt keine wirksame Konzentration zustande. Das ist einer der häufigsten Anwendungsfehler überhaupt.

Thymol wirkt nicht in die verdeckelte Brut hinein, deshalb ist die lange Behandlungsdauer über mehrere Brutzyklen notwendig. Eine Winterbehandlung mit Oxalsäure im brutfreien Zustand ist in jedem Fall zusätzlich durchzuführen. Zum Behandlungsbeginn weichen die Angaben auseinander: Der Hersteller nennt Ende Juli bis Anfang August für die erste und September für die zweite Anwendung, die Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim fordert für Thymolpräparate generell einen Beginn spätestens zum 15. Juli. Ebenfalls uneinheitlich bewertet wird das Verpropolisieren der Streifen: Der Hersteller sieht darin keine erkennbare Wirkungsminderung, Hohenheim nennt frühzeitigen starken Propolisverbau als Grund für unzureichende Wirksamkeit.

Weitere bekannte Begleiterscheinungen sind das Umtragen von Futter unterhalb der Streifen und eine verminderte Futteraufnahme bei gleichzeitiger Fütterung. Der Hersteller empfiehlt einen Abstand von mindestens 20 Zentimetern zur Futterabnahmestelle, Hohenheim rät von einer Fütterung während der Thymolbehandlung generell ab. Thymovar ist in Deutschland als Tierarzneimittel zugelassen. Die Wartezeit für Honig beträgt null Tage, das Präparat darf nicht vor oder während der Tracht eingesetzt werden, und Waben, die während der Behandlung im Brutraum waren, dürfen im folgenden Frühjahr nicht geschleudert werden. Beim Umgang sind undurchlässige Schutzhandschuhe zu tragen, Thymol kann Haut und Augen reizen und Kontaktekzeme auslösen.

Quellen (4)

Alle Begriffe im Überblick

Die nächste Durchsicht schon digital dokumentieren

Am Volk eintragen, zu Hause ist alles schon da. Auch wenn am Stand kein Netz ist.

Kostenlos starten