Tau-Fluvalinat
Behandlungsmittel
Tau-Fluvalinat ist ein synthetisches Pyrethroid, das über imprägnierte Streifen in das Volk gebracht wurde und in den achtziger und neunziger Jahren weltweit zu den meistgenutzten Varroaziden zählte.
Tau-Fluvalinat ist ein synthetisches Pyrethroid, das über imprägnierte Streifen in das Volk gebracht wurde und in den achtziger und neunziger Jahren weltweit zu den meistgenutzten Varroaziden zählte. Bekanntestes Präparat war Apistan.
Für die heutige deutsche Praxis hat der Wirkstoff keine Bedeutung mehr. In den Übersichten der Bieneninstitute über die in Deutschland zugelassenen Varroazide taucht kein tau-fluvalinathaltiges Präparat auf. Wer heute behandelt, arbeitet mit organischen Säuren, mit Thymol oder, als Notfalloption, mit Amitraz oder Flumethrin.
Zwei Gründe stehen hinter dem Bedeutungsverlust. Erstens hat sich die Varroamilbe vielerorts angepasst. Großangelegte europäische Untersuchungen weisen Resistenzen gegen Pyrethroide in erheblichem Umfang nach. Zweitens ist Tau-Fluvalinat fettlöslich und reichert sich im Wachskreislauf an. In Rückstandsuntersuchungen von Bienenwachs gehört es zusammen mit Coumaphos zu den am häufigsten gefundenen Wirkstoffen, auch Jahre nach der letzten Anwendung.
Für den Imker ist daraus zweierlei abzuleiten. Restbestände alter Streifen werden nicht mehr angewendet, sondern als Sondermüll entsorgt. Und bei zugekauftem Wachs unbekannter Herkunft ist mit Altlasten zu rechnen, was für einen geschlossenen eigenen Wachskreislauf spricht.
Quellen (4)
- LLH Bieneninstitut Kirchhain: Infoblatt Varroazide, Übersicht zugelassener organischer und synthetischer Varroazide
- Hernández-Rodríguez u. a.: Large-Scale Monitoring of Resistance to Coumaphos, Amitraz and Pyrethroids in Varroa destructor, Insects 2021
- Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim: Rückstände im Bienenwachs
- Emmerich, I.: Zugelassene Arzneimittel für Honigbienen in Deutschland, Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 2018