Stockmeißel
Lexikon
Der Stockmeissel, auch Hebemeissel genannt, gehört zur Grundausstattung jedes Imkers und begleitet praktisch jede Volksdurchsicht.
Der Stockmeissel, auch Hebemeissel genannt, gehört zur Grundausstattung jedes Imkers und begleitet praktisch jede Volksdurchsicht. Er wird meist aus federndem Stahl gefertigt und hat zwei unterschiedlich geformte Enden: eine im rechten Winkel abgebogene Seite für Hebelbewegungen und eine flache, geschliffene Seite, die wie ein Schaber funktioniert.
Seine Hauptaufgabe ergibt sich aus dem Verhalten der Bienen: Sie verkitten Zargen, Rähmchen und Deckel mit Propolis, einem klebrigen Harzgemisch, das die Beute regelrecht zusammenkittet. Mit der abgewinkelten Seite löst der Imker festsitzende Rähmchen und trennt verklebte Zargen voneinander, ohne die Bienen dabei zu quetschen. Die flache Seite dient zum Abkratzen von Wachsresten, Propolis und unerwünschtem Wildbau auf den Rähmchen-Oberleisten.
Für die tägliche Arbeit ist der Stockmeissel damit ein Multifunktionswerkzeug, vergleichbar mit einem Taschenmesser für den Imker: Ohne ihn liessen sich viele moderne Magazinbeuten kaum zerstörungsfrei öffnen. Nach der Arbeit sollte der Meissel gereinigt werden, da eingetrocknetes Propolis und Wachs die Klinge stumpf und unhandlich machen. Ein häufiger Anfängerfehler ist, beim Hebeln zu viel Kraft auf einmal anzusetzen, statt die Rähmchen in mehreren kleinen Schritten vorsichtig zu lösen, was Bruch von Rähmchen oder Waben vermeidet.