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Stachelapparat

Lexikon

Der Stachelapparat der Biene ist ein umgebauter Legebohrer und kommt deshalb nur bei weiblichen Tieren vor, also bei Arbeiterinnen und der Königin.

Der Stachelapparat der Biene ist ein umgebauter Legebohrer und kommt deshalb nur bei weiblichen Tieren vor, also bei Arbeiterinnen und der Königin. Er besteht aus dem eigentlichen Stachel mit ineinandergreifenden Stechborsten, einer Giftblase, den zugehörigen Muskeln sowie zwei Drüsen: der sauren Giftdrüse, die das eigentliche Bienengift bildet, und der alkalischen Dufourschen Drüse, die als Gleitmittel für den Stechvorgang dient. Eine gefüllte Giftblase enthält etwa 0,1 Milligramm Gift, das bei einem Stich vollständig abgegeben werden kann.

Eine Besonderheit der Honigbiene sind kleine Widerhaken an der Spitze des Stachels. Sie sorgen dafür, dass sich der Stachel beim Stich in die Haut von Säugetieren immer tiefer hineinarbeitet, statt wieder herausgezogen werden zu können. Reißt sich die Biene los, bleibt der komplette Stechapparat samt Giftblase, Muskulatur und einem eigenen kleinen Nervenknoten in der Wunde zurück und pumpt dort selbstständig weiter Gift nach, die Biene selbst stirbt an dieser Verletzung.

Für die Praxis folgt daraus eine einfache Regel: Einen Bienenstachel sollte man möglichst schnell mit dem Fingernagel oder einer Karte aus der Haut herausschaben statt ihn mit den Fingern zu greifen, weil man sonst die Giftblase zusammendrückt und noch mehr Gift injiziert. Gegenüber anderen Insekten, deren Panzer die Widerhaken nicht festhält, kann die Biene den Stachel dagegen problemlos wieder herausziehen und überlebt einen solchen Stich. Ein verbreiteter Irrtum ist deshalb, Bienen würden grundsätzlich nach jedem Stich sterben, das gilt nur gegenüber Wirbeltieren mit entsprechend dehnbarer Haut.

Quellen (3)

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