Schwarzsucht
Krankheiten
Bei der Schwarzsucht, im deutschen Sprachgebrauch auch Waldtrachtkrankheit genannt, verlieren die Bienen ihre Behaarung.
Bei der Schwarzsucht, im deutschen Sprachgebrauch auch Waldtrachtkrankheit genannt, verlieren die Bienen ihre Behaarung. Die hellen Binden am Hinterleib verschwinden, die Tiere wirken glänzend schwarz. Der Haarverlust beginnt am Hinterleib und greift auf Brust und Kopf über.
Die Ursache ist nicht ansteckend, sondern eine Mangelerscheinung. Bei Pollen- und Aminosäuremangel fehlen der Außenhaut stickstoffhaltige Bausteine, sie wird brüchig, und die Haare gehen schon bei geringer Berührung verloren. Weil das gehäuft während der Waldtracht von Fichte und Tanne auftritt, wenn viel Honigtau und wenig Pollen eingetragen wird, stammt der zweite Name. Diskutiert werden zusätzlich Bakterien und Rußtaupilze auf dem Honigtau.
Dasselbe Erscheinungsbild kann auch das Chronische Bienenparalyse-Virus auslösen, dann kommen abgespreizte Flügel und das Abdrängen der befallenen Bienen durch ihre Nestgenossinnen hinzu. Auch mechanischer Haarverlust bei Räuberei sieht ähnlich aus. Eine Unterscheidung allein nach dem Aussehen ist deshalb nicht möglich.
Die Schwarzsucht ist meist vorübergehend. Wirksam ist ein Standortwechsel an einen Platz mit vielfältigem Nektar- und Pollenangebot statt honigtauführender Nadelbäume. Getrennt davon zu sehen sind die Folgen von Honigtau- und Melezitosehonig im Winterfutter, die zur nicht ansteckenden Ruhr führen.