Schwarmvorwegnahme
Lexikon
Die Schwarmvorwegnahme ist eine Methode, mit der man den natürlichen Schwarmabgang eines Volkes nachahmt, statt ihn einfach zu unterbinden.
Die Schwarmvorwegnahme ist eine Methode, mit der man den natürlichen Schwarmabgang eines Volkes nachahmt, statt ihn einfach zu unterbinden. Anders als bei klassischen Maßnahmen zur Schwarmverhinderung wird der Schwarmstimmung dabei bewusst freier Lauf gelassen, bis kurz vor dem Zeitpunkt, an dem das Volk ohnehin natürlich ausziehen würde.
Der richtige Moment ist erreicht, kurz bevor die älteste Schwarmzelle verdeckelt wird, denn das ist zugleich der frühestmögliche Termin für einen natürlichen Schwarmauszug. Dann wird die alte Königin gesucht und mit etwa der Hälfte der Bienen, was ungefähr eineinhalb bis zwei Kilogramm entspricht, ein sogenannter vorweggenommener Vorschwarm gebildet, ähnlich wie bei einem Kunstschwarm. Dieser kommt für ein bis drei Tage in einen kühlen, dunklen Raum und wird dort gefüttert, bevor er wie ein Naturschwarm in eine neue Beute eingeschlagen wird, notfalls sogar am selben Standort wie das Ursprungsvolk.
Im zurückbleibenden Restvolk müssen anschließend alle verdeckelten Weiselzellen bis auf eine oder zur Sicherheit zwei ausgebrochen werden, um einen unerwünschten Nachschwarm zu vermeiden. Eine erneute Kontrolle sollte spätestens nach etwa neun Tagen erfolgen, denn bis dahin muss klar sein, ob die verbliebene Zelle tatsächlich eine funktionsfähige Königin hervorbringt.
Für die Praxis liegt der Reiz der Schwarmvorwegnahme darin, dass sie dem natürlichen Schwarmgeschehen sehr nahekommt, ohne dass man unkontrolliert Bienen verliert oder ständig auf Schwarmsuche gehen muss. Sie gilt vor allem in der wesensgemäßen Bienenhaltung als bevorzugte Methode. Ein häufiger Fehler ist, den Eingriff zu früh vorzunehmen, wenn die Bienen die Schwarmstimmung noch nicht vollständig durchlebt haben, oder zu spät, wenn bereits eine Zelle verdeckelt ist und der Schwarmabgang unmittelbar bevorsteht.