Restentmilbung
Arbeiten am Bienenstand
Die letzte Varroabehandlung des Jahres wirkt nur im brutfreien Volk, denn Oxalsäure dringt nicht in verdeckelte Zellen.
Die letzte Varroabehandlung des Jahres wirkt nur im brutfreien Volk, denn Oxalsäure dringt nicht in verdeckelte Zellen. Faustregeln wie drei Wochen nach dem ersten Frost gelten als unzuverlässig, und eine Stichprobe genügt nicht: Jedes Volk gehört auf Brutfreiheit kontrolliert, und zwar mindestens einen Tag vor der Behandlung, weil das Wabenziehen die Wintertraube auseinanderreißt.
In Deutschland sind das Träufeln, das Sprühen und seit Herbst 2023 auch das Verdampfen mit einem dafür zugelassenen Präparat erlaubt. Beim Träufeln werden etwa 5 Milliliter gebrauchsfertige Lösung je besetzter Wabengasse gegeben, insgesamt je nach Volksgröße rund 30 bis 50 Milliliter. Zu Temperatur und Zeitpunkt weichen die Empfehlungen der Institute voneinander ab; einig sind sie sich nur darin, dass die Bienen eng in der Traube sitzen und nicht fliegen dürfen.
Geträufelt wird nur einmal im Winter. Höhere Dosierungen und Wiederholungen können Völker schwächen oder kosten. Der behandlungsbedingte Milbenfall hält vier bis fünf Wochen an; beurteilt wird deshalb erst der natürliche Fall danach, als Erfolgsmarke wird weniger als eine halbe Milbe am Tag genannt. Oxalsäure ist sehr giftig und geht durch die Haut; beim Verdampfen ist eine FFP3-Maske Pflicht. Maßgeblich bleibt das Behandlungskonzept des zuständigen Bieneninstituts.