Oxalsäure im Sprühverfahren
Behandlungsmittel
Beim Sprühverfahren wird eine verdünnte, zuckerfreie Oxalsäurelösung als feiner Nebel direkt auf die bienenbesetzten Waben aufgebracht.
Beim Sprühverfahren wird eine verdünnte, zuckerfreie Oxalsäurelösung als feiner Nebel direkt auf die bienenbesetzten Waben aufgebracht. Weil dabei praktisch jede Biene benetzt wird, ist die Milbenexposition höher als beim Träufeln. Die Bieneninstitute weisen darauf hin, dass das Einsprühen bei brutfreien Ablegern und Völkern häufig erfolgreicher ist als mehrfaches Träufeln.
Wie beim Träufeln wirkt Oxalsäure nur über Kontakt und erreicht keine Milben in der verdeckelten Brut. Das Verfahren ist deshalb auf Situationen zugeschnitten, in denen ohnehin keine gedeckelte Brut vorhanden ist: frisch erstellte Ableger, nachdem die mitgegebene Brut ausgelaufen ist, Kunstschwärme und Naturschwärme sowie brutfreie Volksteile nach dem Verfahren Teilen und Behandeln. Es ist damit ein Sommer- und Frühsommerverfahren und ergänzt die Winterbehandlung, ersetzt sie aber nicht.
Zur Anwendung wird das Konzentrat nach Gebrauchsanweisung mit Trinkwasser verdünnt. Für die Sprühanwendung mit Oxuvar 5,7 % wird eine 3-prozentige Gebrauchslösung hergestellt, von der bei Temperaturen über 8 Grad etwa 2 bis 4 Milliliter je vollständig bienenbesetzter Wabenseite aufgesprüht werden, maximal rund 80 Milliliter je Volk. Für Schwärme und Kunstschwärme nennt die Bayerische Landesanstalt 20 bis 25 Milliliter je Kilogramm Bienen. Die Waben werden in einem Winkel von etwa 45 Grad besprüht, damit möglichst wenig Lösung in offene Zellen gelangt. Behandelt wird außerhalb des Bienenflugs, also früh morgens oder abends.
Der wichtigste Anwendungsfehler ist das Durchnässen der Bienen. Es soll ein feiner Sprühnebel entstehen, der die Bienen nur benetzt, nicht tränkt. Ebenso kritisch ist eine Behandlung, bei der noch verdeckelte Brut vorhanden ist, denn dann bleibt ein erheblicher Teil der Milben unerreicht. Ein weiterer Fehler ist der Verzicht auf eine spätere Restentmilbung, denn der Wirkungsgrad der Sommermaßnahmen allein reicht in der Regel nicht aus.
Rechtlich gilt die Sprühanwendung nur für Präparate, die dafür ausdrücklich zugelassen sind. Für Oxuvar 5,7 % lautet die Wartezeit null Tage für korrekt behandelte Völker, die Behandlung ist ohne aufgesetzte Honigräume durchzuführen. Beim Sprühen entsteht ein Aerosol, deshalb sind neben säurefesten Handschuhen und Schutzbrille zusätzlich eine Atemschutzmaske vom Typ FFP2 vorgesehen.
Quellen (3)
- Emmerich, I.: Zugelassene Arzneimittel für Honigbienen in Deutschland, Berliner und Münchener Tierärztliche Wochenschrift 2018
- LWG Veitshöchheim: Bayerisches Varroabehandlungskonzept, Medikamentöse Standardverfahren
- Varroose-Bekämpfungskonzept Baden-Württemberg, Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim, Stand 11/2024